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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Vitamin D und Kalziumstoffwechsel bei Bipolarer Störung: Ein Scoping-Review widersprüchlicher Evidenz
Kurzfassung
Hintergrund:
Dieser Scoping-Review fasste die Evidenz zu Vitamin D, Parathormon (PTH) und Serumkalzium bei bipolarer Störung zusammen, um deren potenziellen klinischen Nutzen zu evaluieren.
Methoden:
Eine systematische PubMed-Suche identifizierte Originalstudien, die Biomarker des Kalziumstoffwechsels (Vitamin D, PTH, Serumkalzium) ausschließlich in Populationen mit bipolarer Störung untersuchten. Aufgrund erheblicher methodischer Heterogenität wurden die Ergebnisse narrativ synthetisiert.
Ergebnisse:
Vierzehn Studien erfüllten die Einschlusskriterien, mit kleinen Stichprobengrößen (Median n=55) und überwiegend querschnittlichen Studiendesigns. Vergleiche der Vitamin-D-Spiegel zwischen Patient*innen mit bipolarer Störung und Kontrollpersonen zeigten widersprüchliche Ergebnisse: Drei Studien berichteten signifikant niedrigere Werte bei Patient*innen, zwei fanden signifikant höhere Werte, und drei zeigten keine Unterschiede. Die Definitionen eines Vitamin-D-Mangels variierten erheblich (<25 bis <50 nmol/L), was sinnvolle Vergleiche verhinderte. Vier kognitive Studien zeigten inkonsistente Zusammenhänge mit Vitamin D, darunter negative Korrelationen, altersabhängige Effekte oder keine Assoziationen. Zwei kleine Supplementationsstudien mit Vitamin D bei bipolaren Spektrumstörungen lieferten widersprüchliche Ergebnisse in unterschiedlichen Populationen, eine bei Jugendlichen und eine bei Erwachsenen. Daten zu PTH und Kalzium waren spärlich und inkonsistent.
Limitationen:
Zu den Limitationen gehörten die Nutzung nur einer Datenbank, erhebliche Studienheterogenität sowie eine unzureichende Kontrolle von Störfaktoren, einschließlich saisonaler Variationen.
Schlussfolgerungen:
Die Evidenz zu Biomarkern des Kalziumstoffwechsels bei bipolarer Störung ist widersprüchlich und methodisch limitiert. Grundlegende Inkonsistenzen im Vitamin-D-Status zwischen Patient*innen und Kontrollpersonen sowie widersprüchliche Supplementationsdaten lassen keine klinischen Empfehlungen zu. Ein routinemäßiges Vitamin-D-Screening speziell zur Behandlung der bipolaren Störung kann nicht unterstützt werden. Große, standardisierte Studien sind erforderlich, bevor eine klinische Anwendung gerechtfertigt ist.
Schlagwörter
bipolare Störung, Kalzium, Vitamin D, Parathormon
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Klinische Psychiatrie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Kulmagambetov, Amirzhan
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 996 202 Studium für die Gleichwertigkeit; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Reininghaus, Eva; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.et scient.med. MBA
Mitbetreuer*in (intern)
Tmava-Berisha, Adelina; Dr.med.univ.
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