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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Vergleichende Analyse der Wirksamkeit von vier Druckinfusionsgeräten bei der Erwärmung kalter Flüssigkeiten – eine In-vitro-Studie  
 Hintergrund: Die schnelle Verabreichung von Flüssigkeiten, beispielsweise bei Schockzuständen, starken Blutungen oder bei einem Reperfusionssyndrom im Rahmen von Lebertransplantationen, kann entscheidend für das Überleben von Patient*innen sein. Dabei kann die rasche Infusion kalter Flüssigkeiten zu einer Hypothermie führen, welche das Outcome der Patient*innen erheblich verschlechtert, indem sie die Herzleistung, den Medikamentenstoffwechsel, die Gerinnung und die Wundheilung negativ beeinflusst und das Infektionsrisiko erhöht. Um derartig schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden, sollten Flüssigkeiten vor der Verabreichung auf Körpertemperatur erwärmt werden, auch bei hohem Fluss.



Zielsetzung: Ziel dieser Studie war es, die Erwärmungskapazität, gemessen an der mittleren Temperatur während eines vierminütigen Testzeitraums, von vier verschiedenen Rapid-Infusion-Systemen (RIS) beim Erwärmen einer 4-6 °C kalten Kochsalzlösung sowie von Erythrozytenkonzentraten unter High-Flow-Bedingungen in vitro zu bewerten.



Material und Methoden: Unter Laborbedingungen wurde die Fähigkeit der getesteten Geräte zur Erwärmung von kalter Kochsalzlösung und Erythrozytenkonzentraten (je 4-6 °C) bei hohen Flussraten (~ 500 mL/min) untersucht. Die Temperatur wurde dabei kontinuierlich in Einsekundenintervallen vor und nach der Erwärmung gemessen.

Die folgenden Geräte wurden in der Studie untersucht:

-AutoMer II (Ace Medical, Seoul, Südkorea)

-Belmont® Rapid Infuser RI-2 (Belmont Medical Technologies, Billerica, MA, USA)

-Fluido® AirGuard (TSC Life, Amsterdam, Niederlande)

-3M™ Ranger™ (Solventum Corporation, Maplewood, MN, USA)



Ergebnisse: Bei den Tests mit kalter Kochsalzlösung erreichte nur der Belmont® unter hohen Flussraten physiologische Temperaturen (37,9 °C), während die anderen Geräte Temperaturen von nur 20-29 °C erzielten.

Auch bei den Tests mit kalten Erythrozytenkonzentraten war der Belmont® das einzige Gerät, welches annähernd die Zieltemperatur erreichte und dabei auch eine hohe Flussrate von etwa 480 mL/min verabreichen konnte.



Schlussfolgerung: Es zeigt sich, dass von den getesteten Geräten ausschließlich der Belmont® Rapid Infuser RI-2 eine effiziente und zuverlässige Erwärmungsleistung unter High-Flow-Bedingungen garantiert. Dies unterstreicht, wie wichtig die Auswahl eines geeigneten RIS ist, um das Risiko einer Hypothermie bei kritisch kranken Patient*innen zu minimieren.  
 Hypothermie; Hypovolämie; Volumensubstitution; Rapid-Infusion-Systeme  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Öhner, Sonja
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Eichinger, Michael; Univ. FA Dr.med.univ. MSc DESAIC
  Rief, Martin; Univ. OA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.