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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Metaphysär verankerte Kurzschaft-Hüftprothesen bei Patient*innen mit schweren Risikofaktoren
Kurzfassung
Hintergrund
Die Implantation einer Hüfttotalendoprothese zählt zu den häufigsten Operationen weltweit. Dabei haben Kurzschaft-Hüfttotalendoprothesen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Für bestimmte Risikogruppen – wie Patient*innen mit Adipositas, hohem Alter, Coxa vara/valga oder Osteoporose – ist deren Einsatz jedoch noch unzureichend erforscht. Das Ziel dieser Arbeit war es, die Schmerz- und Komplikationsraten dieser Kollektive über einen relevanten Nachbeobachtungszeitraum von fünf Jahren auszuwerten. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden miteinander und mit Daten aus der bestehenden Literatur verglichen, um den aktuellen Erkenntnisstand zu ergänzen und zukünftige Forschung auf diesem Gebiet anzustoßen.
Methoden
Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenstudie, welche an der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie der Medizinischen Universität Graz durchgeführt wurde. Eingeschlossen wurden alle Patient*innen, die im Zeitraum von 2016 bis 2019 eine Kurzschaftprothese erhielten und zum Operationszeitpunkt mindestens einen der vordefinierten Risikofaktoren aufwiesen (BMI ≥ 30 kg/m2, Alter ≥ 85 Jahre, CCD-Winkel > 145°, CCD-Winkel < 120°, Osteoporose). Insgesamt wurden die Daten von 248 Patient*innen und 266 Hüftgelenken über einen postoperativen Zeitraum von fünf Jahren ausgewertet. Während acht Follow-up-Untersuchungen wurden Schmerzen und Komplikationen an den operierten Hüftgelenken dokumentiert und im Anschluss analysiert. Dabei wurde zwischen Patient*innen mit singulären und multiplen Risikofaktoren
unterschieden. Die statistische Auswertung erfolgte deskriptiv sowie mit dem exakten Test nach Fisher (Signifikanzniveau p < 0,05). Ein Vergleich wurde zuerst zwischen den einzelnen Risikogruppen und anschließend mit der bereits existierenden Literatur durchgeführt.
Ergebnisse
Im gesamten Nachbeobachtungszeitraum traten bei 6,7 % aller Hüftgelenke Schmerzen auf. Die höchsten prozentuellen Anteile gab es bei Patient*innen mit einem Alter ≥ 85 Jahre und mindestens einem weiteren Risikofaktor (20,0 %) und bei Personen mit einem CCD-Winkel < 120° kombiniert mit einem oder mehreren anderen Risikofaktoren (18,8 %). Die Schmerzrate aller anderen Kollektive blieb im einstelligen Bereich. Die Komplikationsrate lag im Schnitt bei 6,8 %, wobei die höchsten Raten ebenfalls bei Patient*innen mit multiplen
Risikofaktoren zu beobachten waren. Konkret betraf dies die Gruppen mit der Kombination aus einem Alter ≥ 85 Jahre (40,0 %), einer vorliegenden Osteoporose (25,0 %) bzw. einem CCD-Winkel > 145° (14,3 %) und jeweils mindestens einem weiteren Risikofaktor. Für Unterschiede zwischen den einzelnen Subgruppen ließ sich keine statistische Signifikanz nachweisen.
Fazit
In der Auswertung zeigte sich vor allem bei der Kombination von zwei oder mehreren der fünf definierten Risikofaktoren ein Anstieg der Schmerz- und Komplikationsraten. In solchen Fällen ist zu vermuten, dass Standardschaftprothesen sowie zementierte Versorgungen bessere Ergebnisse erzielen. Liegt jedoch nur ein Risikofaktor vor, kann eine Kurzschaftprothese aufgrund ihrer bekannten Vorteile eine gute Alternative bieten.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Hirschmann, Mathias
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Smolle, Maria Anna; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Sagmeister, Maximilian; Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (extern)
Ruckenstuhl, Paul; Dr. med. univ.
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