Loading
Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

Wichtigste Meldungen anzeigenMeldungsfenster schließen
Bibliografische Informationen
 Psychosoziale und demographische Determinanten der Teilnahme am radiologischen Brustkrebsscreening: Eine Literaturrecherche unter spezieller Betrachtung der COVID19 Pandemie  
 Einleitung: Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und bleibt trotz Fortschritten in Diagnose und Behandlung eine große Herausforderung für die Gesundheit. Organisierte Screeningprogramme, besonders die Mammographie, helfen dabei, Brustkrebs früh zu erkennen und so die Sterblichkeit zu senken. Die Teilnahme an solchen Programmen hängt aber von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem persönlichen Hintergrund, der Kultur oder dem Gesundheitssystem. Außerdem hat die COVID-19-Pandemie die Vorsorgeuntersuchungen stark gestört, was zu Verzögerungen bei der Diagnose und möglichen Problemen in der Zukunft führen kann. Diese Arbeit gibt einen Überblick über Brustkrebs, verschiedene Screeningmethoden und die Faktoren, die die Teilnahme beeinflussen – mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen der Pandemie in Österreich und anderen Ländern.



Material und Methoden: Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um mehr über Brustkrebs, seine Risiken, Diagnosemethoden, Screeningstrategien und die Teilnahme daran herauszufinden. Auch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Screening wurden untersucht. Die Primärliteratursuche erfolgte über die PubMed-Datenbank, ergänzende Quellen wie medizinische Lehrbücher und E-Books wurden über die Medizinische Universität Graz abgerufen. Offizielle Informationen zum Brustkrebsscreening in Österreich wurden aus öffentlich zugänglichen Ressourcen des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie der Österreichischen Krebshilfe bezogen. Berücksichtigt wurden Veröffentlichungen zwischen 1950 und 2026 in englischer oder deutscher Sprache. Relevante Studien wurden anhand vordefinierter Einschluss- und Ausschlusskriterien ausgewählt, die Daten qualitativ narrativ zusammengeführt. Eine Metaanalyse wurde nicht durchgeführt.



Diskussion: Das Brustkrebsscreening, insbesondere mittels Mammographie, bleibt ein zentraler Baustein der bevölkerungsweiten Krebsbekämpfung, indem es eine frühzeitige Erkennung und verbesserte Überlebenschancen ermöglicht. Die Evidenz zeigt, dass die Sterblichkeitsreduktion vor allem durch frühere Diagnosen

und weniger durch therapeutische Fortschritte bedingt ist. Technologische Entwicklungen und organisierte, bevölkerungsbasierte Screeningprogramme haben die diagnostische Genauigkeit und Chancengleichheit in vielen wohlhabenden Ländern verbessert, jedoch bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede in der Teilhabe aufgrund individueller, sozioökonomischer, kultureller und struktureller Faktoren, besonders in benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Ressourcenschwache Länder stehen vor zusätzlichen Herausforderungen, die kontextspezifische Screeningstrategien erfordern, anstelle einheitlicher globaler Empfehlungen. Die COVID-19-Pandemie offenbarte erhebliche Schwachstellen in Screeningprogrammen, führte zu weitreichenden Unterbrechungen, verzögerten Diagnosen und anhaltenden Teilnahme-Lücken, während Langzeitstudien zu den Folgen dieser Störungen bislang fehlen. Diese Erkenntnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an belastbaren Screening-Infrastrukturen, zielgerichteter Ansprache und strukturierten Notfallplänen, um die Kontinuität des Brustkrebs- Screenings bei zukünftigen Gesundheitskrisen zu gewährleisten.  
   
 
 –  
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Ehrentraut, Carolina
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Radiologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Fuchsjäger, Michael; Univ.-Prof. Dr.med.univ.
  Tornyos, Adrienn; Dr. PhD.