Loading
Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

Wichtigste Meldungen anzeigenMeldungsfenster schließen
Bibliografische Informationen
 Hämodynamische Untersuchungen bei isolierter Ultrafiltration und Hämodialyse  
 EINLEITUNG: Die intradialytische Hypotonie ist eine häufige und klinisch relevante Komplikation der Hämodialyse und geht mit einer erhöhten Mortalität einher. Die Pathophysiologie der Entstehung von intradialytische Hypotonie-Episoden ist komplex und wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die isolierte Ultrafiltration als Bestandteil der sequenziellen Dialyse (isolierte Ultrafiltration gefolgt von Hämodialyse) wurde als effektive präventive Behandlungsstrategie zur Verbesserung der hämodynamischen Stabilität empfohlen. Die Evidenz für dieses Therapieform ist jedoch begrenzt und basiert größtenteils auf älteren Studien. Die ISO-UF-Studie wurde konzipiert, um hämodynamische Reaktionen während der sequenziellen Dialyse mit jenen während der Hämodialyse zu vergleichen. Ziel dieser Arbeit ist die Erfassung von hämodynamischen Parametern, um ein verbessertes Verständnis und Management der intradialytischen Hypotonie während der Hämodialyse zu ermöglichen.

METHODEN: Die ISO-UF-Studie ist eine monozentrische, randomisiert, kontrollierte, Crossover-Studie mit zwei Behandlungsarmen und zwei Studienperioden. Die Patienten:innen erhielten standardisierte Behandlungsprotokolle während der Dialysesitzung zur mid-weed Hämodialyse, mit einem Crossover nach insgesamt vier Wochen. In Protokoll 1 erhielten die Patienten:innen in der ersten Hälfte der Sitzung eine isolierte Ultrafiltration, gefolgt von Hämodialyse, während in Protokoll 2 während der gesamten Sitzung eine Hämodialyse durchgeführt wurde. Hämodynamische Parameter einschließlich totalem peripheren Widerstandsindex, Herzleistungsindex, mittlerem arteriellem Blutdruck und systolischem Blutdruck wurden mittels nichtinvasiver Bioimpedanz-Kardiographie (NICaS Medical, Israel) vor, während und nach der Dialysebehandlung in 20-minütigen Intervallen erfasst.

ERGEBNISSE: In dieser Diplomarbeit werden präliminäre Ergebnisse der ISO-UF Studie besprochen. Insgesamt wurden acht Patientinnen und Patienten in die vorläufige statistische Analyse eingeschlossen, mit einer gleichmäßigen Verteilung von Männern und Frauen. Die Randomisierung erfolgte gleichmäßig auf beide Sequenzen. Sieben Patientinnen und Patienten absolvierten jeweils vier Behandlungssitzungen pro Protokoll, während eine Person eine verlängerte Studienphase mit acht Sitzungen pro Protokoll durchlief. Für jede Person wurden behandlungsspezifische Mittelwerte berechnet und die Ergebnisse deskriptiv ausgewertet. Zwischen den beiden Behandlungsmodalitäten zeigten sich nur minimale Unterschiede im systolischen Blutdruck (relative Änderung: 1,3 %), im mittleren arteriellen Blutdruck (relative Änderung: 1,4 %), im totalen peripheren Widerstandsindex (relative Änderung: 5,6 %) sowie im Herzleistungsindex (relative Änderung: 5,4 %). Die Inzidenz der intradialytischen Hypotonie war in beiden Behandlungsmodalitäten vergleichbar und trat in 23,6 % der konventionellen Dialysesitzungen sowie in 29,2 % der sequenziellen Dialysesitzungen auf.

DISKUSSION: In dieser vorläufigen Analyse zeigte die sequenzielle Dialyse keine überlegene hämodynamische Stabilität bezüglich des totalen peripheren Widerstandes im Vergleich zur Hämodialyse. Somit ergibt sich aus den bisherigen Ergebnissen kein Hinweis auf eine Überlegenheit der sequenziellen Dialyse hinsichtlich der Hämodynamik insgesamt. Einschränkungen bestehen in der vorläufigen Natur der Daten, da bislang lediglich eine deskriptive Analyse vorliegt. Dennoch sollten diese vielversprechenden ersten Ergebnisse in Studien mit größerer Stichprobe und inferenzstatistischer Auswertung weiter untersucht werden, um mögliche Unterschiede zu identifizieren und deren Bedeutung für die klinische Praxis zu bewerten.

 
   
 
 –  
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Szemes, Bence
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Kirsch, Alexander; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.
  Amenitsch, Jascha Alexander; Dr.med.univ.