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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Bildgebung bei hämodynamisch instabilen Traumapatienten – retrospektive Datenanalyse  
 Hintergrund: Die Computertomographie (CT), insbesondere die Ganzkörper-CT (GKCT), stellt eine zentrale bildgebende Methode in der modernen Versorgung von Traumapatient*innen im Schockraum dar. Die Rolle der CT bei hämodynamisch instabilen Patient*nnen ist jedoch nach wie vor umstritten, insbesondere hinsichtlich ihres potenziellen klinischen Nutzens. Ziel dieser retrospektiven Analyse war es, die Mortalität und den allgemeinen Einsatz der CT bei hämodynamisch instabilen Patient*innen mit stumpfem Trauma zu bewerten.

Methoden: Alle im Traumaregister des Universitätsklinikum Graz erfassten Patient*innen wurden retrospektiv ausgewertet und analysiert. Von den 1.653 registrierten Patient*innen erfüllten 368 die Einschlusskriterien und wurden in die Studie aufgenommen. Die Mortalität wurde zwischen hämodynamisch instabilen Patient*innen, die sich einer CT unterzogen, und solchen, die dies nicht taten, verglichen. Zusätzlich wurde eine Subgruppenanalyse durchgeführt, in der die Ganzkörper-CT (GKCT) mit der selektiven kranialen CT (CCT) verglichen wurde. Es wurden deskriptive Analysen sowohl für die Hauptgruppe als auch für die Subgruppe durchgeführt und eine Kaplan-Meier Analyse vorgenommen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten, dass die Forschungsfrage auf der Grundlage der verfügbaren retrospektiven Daten nicht abschließend beantwortet werden konnte. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die CT und insbesondere die Ganzkörper-CT bei hämodynamisch instabilen Traumapatient*innen weit verbreitet ist und die gängige klinische Praxis sowohl lokal als auch international widerspiegelt. Von den 368 eingeschlossenen Patient*innen unterzogen sich 340 einer CT (92,4%), und von diesen erhielten 323 von 338 Patient*innen eine Ganzkörper-CT (95.6%). Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied in der Mortalität zwischen Patient*innen, die eine CT erhielten, und solchen die keine erhielten festgestellt. (25,0% vs. 32,1%, p = 0,405; Odds Ratio 1,42; 95% KI 0,62—3,26). Im Gegensatz dazu zeigte die Subgruppenanalyse einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Ganzkörper-CT und einer niedrigeren Mortalität im Vergleich zu selektiven CCT (23,8% vs. 53,3%, p = 0,027; Odds Ratio 3,65; 95% KI 1,28—10,39). Diese Ergebnisse sind jedoch aufgrund begrenzter Vergleichbarkeit der Patient*innenmerkmale, der erheblichen Unterschiede in der Gruppengröße und des retrospektiven Charakters der Studie mit Vorsicht zu interpretieren.

Schlussfolgerung: Obwohl die Studie keine endgültige Antwort auf die Forschungsfrage lieferte, unterstreichen die Ergebnisse die klinische Relevanz der CT in der akuten Traumaversorgung und zeigen, dass die CT, insbesondere die Ganzkörper-CT, in der aktuellen klinischen Praxis sowohl lokal als auch international sehr häufig bei hämodynamisch instabilen Traumapatient*innen eingesetzt wird, trotz der anhaltenden wissenschaftlichen Debatte. Die Ergebnisse unterstreichen zudem den Bedarf an weiterer Forschung, insbesondere hinsichtlich des klinischen Nutzens der CT bei hämodynamisch instabilen Patient*innen, und betonen den Wert von Traumaregistern als wichtige Grundlage für retrospektive Analysen und zukünftige wissenschaftliche Fortschritte.  
 Ganzkörpercomputertomographie, Traumatologie, Bildgebung im Trauma, Schockraum  
 
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 Notfallmedizin
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Lercher, Marco
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hallmann, Barbara; Dr.med.univ.
  Zajic, Paul; Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med. DESA