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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch (Sprache des Volltextes)
Englisch
Bibliografische Informationen
Titel
Einsatz von biologischen Materialien für realitätsnahes, simulationsbasiertes Training von vaskulären Zugängen bei Neugeborenen – Entwicklung von Ausbildungskonzepten auf Basis eines systematischen Reviews
Kurzfassung
Hintergrund:
Die Anlage vaskulärer Zugänge bei kritisch kranken Neugeborenen stellt aufgrund spezifischer anatomischer Gegebenheiten eine anspruchsvolle und technisch komplexe Prozedur dar. Gemäß internationalen Leitlinien gilt der Nabelvenenkatheter (UVC) weiterhin als Goldstandard in der neonatalen Reanimation. Weitere Zugangsoptionen zur postnatalen Stabilisierung umfassen intraossäre sowie periphere venöse Katheter. In der laufenden intensivmedizinischen Versorgung kommt zentralvenösen Kathetern (ZVK) besondere Bedeutung für die Verabreichung von Medikamenten und parenteraler Ernährung zu. Aufgrund der prozeduralen Komplexität und der vergleichsweise seltenen Anwendung im klinischen Alltag ist ein regelmäßiges und möglichst realitätsnahes Training aller vaskulären Zugangstechniken essenziell. Ziel dieses systematischen Reviews war die Identifikation biologischer Materialien, die sich für ein realistisches Simulationstraining vaskulärer Zugänge bei Neugeborenen eignen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurde ein strukturierter Vorschlag für ein Ausbildungskonzept in der postgradualen medizinischen Ausbildung entwickelt.
Methoden:
Die systematische Literaturrecherche wurde gemäß den Kriterien des PRISMA-Statements unter Verwendung der Datenbanken PubMed, Embase und CINAHL durchgeführt. Basierend auf der erhobenen Evidenz wurde an der Klinischen Abteilung für Neonatologie der Medizinischen Universität Graz ein Ausbildungskonzept entwickelt. Dieses basiert auf hochrealistischen Trainingsmodellen unter Verwendung biologischer Materialien zur Simulation verschiedener vaskulärer Zugangstechniken. Die Auswahl der Trainingsmodelle erfolgte auf Grundlage der Ergebnisse des systematischen Literaturreviews.
Ergebnisse:
Das systematische Literaturreview identifizierte 15 Publikationen, die den Einsatz biologischer Materialien zur Simulation aller relevanten vaskulären Zugangstechniken bei Neugeborenen beschreiben. Darauf aufbauend wurde ein Ausbildungskonzept entwickelt, das einen einmaligen vierstündigen Workshop „Neonatal Vascular Access“ für Ärzt:innen in Ausbildung umfasst. Nach einer einstündigen theoretischen Einführung absolvieren die Teilnehmenden praktische Trainingseinheiten zur Anlage von Notfall-UVCs, intraossären Zugängen sowie ZVKs unter Verwendung biologischer Materialien. Für das UVC-Training werden humane Nabelschnurreste in einen modifizierten Neugeborenen-Simulator integriert. Hühnerschenkel und Eier kommen für die Anlage intraossärer Zugänge zum Einsatz, während speziell vorbereitete Agar-Agar-Modelle für das ultraschallgestützte Punktions-Training zentraler Gefäße im Rahmen der ZVK-Anlage verwendet werden.
Conclusio:
Die Etablierung vaskulärer Zugänge bei Neugeborenen ist eine komplexe Fertigkeit, die durch wiederholtes praktisches Training an Simulationsmodellen erlernt und gefestigt werden muss. Realistische Trainingsmodelle auf Basis biologischer Materialien bieten hierfür eine wertvolle Grundlage. Das auf Basis des systematischen Literaturreviews entwickelte Ausbildungskonzept trägt zur Standardisierung und Qualitätssicherung der neonatologischen Ausbildung bei.
Schlagwörter
Neugeboren; Simulation; Vaskulärer Zugang; Training; Neonatologie; Nabelvenenkatheter; Zentralvenöser Katheter; Intraossärer Zugang; Biologisches Material
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Wlattnig, Hannah Stefanie
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Schwaberger, Bernhard; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Mileder, Lukas Peter; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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