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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Immunoseneszenz bei Multipler sklerose  
 Hintergrund

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste Ursache nicht-traumatischer Behinderung bei jungen Erwachsenen. Die Pathogenese und Pathophysiologie der MS sind weiterhin unzureichend verstanden. Ebenso bestehen weiterhin Einschränkungen aktueller Therapiestrategien, insbesondere bei älteren Menschen mit MS, sowie bei progredienten Verlaufsformen. Das Forschungsfeld, das sich mit den Merkmalen und Auswirkungen des alternden Immunsystems, der Immunoseneszenz, beschäftigt, gewinnt in vielen Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Einige Studien deuten darauf hin, dass diese Prozesse auch bei der MS eine Rolle spielen. Ein Marker der Immunoseneszenz ist die Leukozyten-Telomerlänge (LTL). Während Zusammenhänge zwischen der LTL und Parametern der MS bereits untersucht wurden, wurde ein möglicher Einfluss von Dimethylfumarat (DMF) auf die LTL bislang nicht untersucht.

Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit war es, Zusammenhänge zwischen der LTL und Krankheitsparametern der MS sowie einen möglichen Einfluss von DMF auf diese Zusammenhänge zu untersuchen.

Methoden

Es wurde eine Kohorte mit insgesamt 60 Teilnehmenden aufgebaut, eingeteilt in Gruppen bestehend aus gesunden Kontrollen (HC), aktuell unbehandelten Menschen mit MS (MSut) sowie Menschen mit MS unter aktueller Behandlung mit DMF (MSDMF). Periphere mononukleäre Leukozyten wurden aus Blutproben isoliert, DNA wurde extrahiert und die relative Telomerlänge mittels qPCR in Form von ∆Cq-Werten bestimmt. Gruppenunterschiede wurden mithilfe nichtparametrischer Tests sowie Regressionsmodellen analysiert. Zusammenhänge zwischen LTL und krankheitsbezogenen Parametern in Quer- und Längsschnittanalysen wurden mithilfe nichtparametrischer Tests oder geeigneter Regressionsmodelle untersucht.

Ergebnisse

Wir konnten frühere Befunde reproduzieren, dass niedrigere ∆Cq-Werte (entsprechend einer kürzeren relativen Telomerlänge) mit höherem Alter in der Gesamtkohorte sowie mit höheren Werten auf der Expanded Disability Status Scale assoziiert sind. Zudem fanden wir signifikant niedrigere ∆Cq-Werte in der MSDMF-Gruppe im Vergleich zur MSut-Gruppe (Wilcoxon rank sum test, W = 286, p = 0,0056), während sich weder die MSut-, die MSDMF- noch die gepoolte MS-Gruppe signifikant von den gesunden Kontrollen hinsichtlich ∆Cq unterschieden. In einer prospektiven Analyse beobachteten wir außerdem einen Zusammenhang zwischen niedrigeren ∆Cq-Werten zu Baseline und einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Schüben im Follow-up Zeitraum, unabhängig von Alter, Gruppe und Dauer des Follow-up Zeitraumes (β = −0.804, 95%CI[-1.28, -0.33], p = 0.002).

Schlussfolgerung

Unsere Ergebnisse unterstützen die Bedeutung immunoseneszenz-assoziierter Prozesse bei der MS und deuten auf einen Zusammenhang zwischen dem DMF-Behandlungsstatus und der Leukozyten-Telomerlänge hin.

 
 Immunologie; Neurologie; Immunoseneszenz  
 
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 Neurologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Kaiser, Timothy Alexander
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Neurologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Khalil, Michael; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.
  Fessler, Johannes; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.scient.med. BSc MSc