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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Bewertung von Sonnenschutzgewohnheiten und elterlichem Bewusstsein bei jugendlichen Sportlern: Möglichkeiten für präventive Interventionen
Kurzfassung
Zusammenfassung
Hintergrund. Kindheit und Adoleszenz stellen einen kritischen Zeitraum für die kumulative Exposition gegenüber ultravioletter (UV-)Strahlung dar, wobei ein erheblicher Anteil der lebenslangen UV-Dosis eines Menschen vor dem Erwachsenenalter aufgenommen wird. Kinder, die organisierten Outdoor-Sport betreiben, sind während der Stunden mit der höchsten Strahlungsintensität wiederholter und langanhaltender Sonnenstrahlung ausgesetzt; dennoch sind Daten zu ihrem Sonnenschutz und zum Bewusstsein der Eltern in diesem Kontext nach wie vor spärlich, insbesondere in Kroatien.
Ziele. Die Erhebung von Sonnenschutzgewohnheiten, Wissen und Einstellungen bei Eltern von Kindern, die in Osijek (Ostkroatien) organisierten Outdoor-Sport betreiben; die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Wissen und den Einstellungen der Eltern und dem für das Kind angewandten photoprotektiven Verhalten; sowie die Identifizierung von Untergruppen, in denen der Schutz am wenigsten angemessen war.
Methoden. Zwischen dem 10. und 26. Mai 2026 wurde eine querschnittliche, fragebogenbasierte Studie durchgeführt. Ein eigens entwickelter, selbst auszufüllender Online-Fragebogen wurde über registrierte Sportvereine an Eltern von Kindern bis zu einem Alter von 18 Jahren verteilt, die organisierten Sport ausübten. Erhoben wurden das Wissen der Eltern (sechs Items; Gesamtscore-Bereich −6 bis +6) und die Einstellungen (fünfstufige Likert-Skala) sowie die für das Kind angewandten Sonnenschutzmaßnahmen. Es kamen nichtparametrische Tests (Mann–Whitney, Kruskal–Wallis mit Conover-Post-hoc-Test, Chi-Quadrat, exakter Test nach Fisher) und die Rangkorrelation nach Spearman zum Einsatz; die interne Konsistenz wurde mit Cronbachs Alpha beurteilt. Das Signifikanzniveau wurde auf P < 0,05 festgelegt.
Ergebnisse. Insgesamt wurden 139 Eltern eingeschlossen (99 Mütter, 71,2 %; Hochschulabschluss 52,5 %). Jungen machten 69,8 % der Kinder aus, und Fußball (45,3 %) sowie Leichtathletik (34,5 %) waren die häufigsten Sportarten. Die Eltern verwendeten für ihre Kinder gewohnheitsmäßig einen höheren Schutzfaktor als für sich selbst (LSF 50 bei 71,2 % der Kinder gegenüber 48,9 % der Eltern). Dennoch verwendeten nur 13,7 % der Kinder während der Outdoor-Aktivität immer Sonnenschutzmittel und 8,6 % nie; der höchste Anteil an Kindern, die nie Sonnenschutzmittel verwendeten, fand sich bei jenen, die täglich oder nur selten im Freien trainierten. Der mediane Gesamtwissensscore betrug 3 (IQR 2 bis 4), mit einem spezifischen Defizit hinsichtlich der Bedeutung des LSF-Werts (31 % korrekt, 45 % inkorrekt). Die Einstellungsskala zeigte eine ausgezeichnete interne Konsistenz (Cronbachs α = 0,90). Es bestand eine signifikante positive Korrelation zwischen Wissen und Einstellungen (Spearmans ρ = 0,36; 95-%-KI 0,21 bis 0,49; P < 0,001), doch höheres Wissen und günstigere Einstellungen übersetzten sich nicht zuverlässig in ein angemessenes Schutzverhalten für das Kind. Mütter schützten sich selbst stärker als Väter (P < 0,001), während hinsichtlich des Schutzes des Kindes kein Unterschied nach dem Geschlecht der Eltern beobachtet wurde (P = 0,21). Ein hellerer Hautphototyp war mit häufigerer Verwendung von Sonnenschutzmitteln assoziiert (P = 0,047).
Schlussfolgerungen. Obwohl die Eltern insgesamt fundiertes Wissen und günstige Einstellungen aufwiesen und den Schutz ihrer Kinder höher priorisierten als den eigenen, blieb ein erheblicher Anteil der Kinder, die regelmäßig Outdoor-Sport betreiben, unzureichend geschützt, und es zeigte sich eine deutliche Dissoziation zwischen Wissen, Einstellungen und Verhalten. Die alleinige Verbesserung des Faktenwissens dürfte nicht ausreichen; eine wirksame Primärprävention erfordert gezielte, mehrdimensionale Interventionen, die spezifische Fehlvorstellungen adressieren, beide Elternteile einbeziehen und Sportvereine sowie Trainer beteiligen, eingebettet in den breiteren Rahmen der Hautkrebsprävention und Früherkennung.
Schlagwörter
Sonnenschutz; Photoprotektion; Sonnenschutzmittel; Kinder; Jugendliche; Outdoor-Sport; elterliches Wissen; Einstellungen; Primärprävention; Melanom.
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Dermatologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Situm Ceprnja, Zdenka; dr. med.
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
Studium
UO 992 272 Universitätslehrgang; MA Dermoscopy and Prev. Dermatooncology  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Hofmann-Wellenhof, Rainer; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
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