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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Blutungen bei Patienten, die sich einer dringenden Herzoperation unter doppelter Thrombozytenaggregationshemmung unterziehen.
Kurzfassung
Hintergrund:
Herzchirurgisch bedingte Blutungen sind mit erhöhter Mortalität assoziiert. Zur
Reduktion des Blutungsrisikos bei Patienten unter P2Y12 Rezeptorinhibitoren
empfehlen die aktuellen Leitlinien, Ticagrelor, Clopidogrel beziehungsweise
Prasugrel mindestens 3, 5 beziehungsweise 7 Tage vor einer herzchirurgischen
Operation abzusetzen.
Methoden:
In dieser prospektiven Studie wurden 299 Patienten untersucht, die sich innerhalb
von 7 Tagen nach letzter Einnahme eines P2Y12 Rezeptorinhibitors einer koronaren
Bypassoperation ± Herzklappeneingriff unterzogen. Analysiert wurden berechneter
Erythrozytenverlust sowie Blutungen nach Kriterien des Bleeding Academic
Research Consortium (BARC)-Typ-4.
Ergebnisse:
Dreiundachtzig Prozent der Patienten (Clopidogrel: n=133, Prasugrel: n=55,
Ticagrelor: n=111) wurden ≤48 Stunden nach Absetzen des P2Y12
Rezeptorinhibitors operiert. Der Erythrozytenverlust war unter Clopidogrel geringer
als unter Prasugrel oder Ticagrelor [1063 (690–1394) vs. 1351 (876–1829) vs. 1330
(994–1691) ml; p < 0,001]. Mit zunehmender Absetzdauer nahm der
Erythrozytenverlust signifikant ab (p < 0,001). BARC-4-Blutung traten bei 45% der
Patienten auf. Im Vergleich zu Clopidogrel waren sie unter Prasugrel häufiger
(p=0,015), während zwischen Prasugrel und Ticagrelor kein signifikanter Unterschied
bestand. Gegenüber einer Absetzdauer von 0 bis 24 Stunden reduzierte eine
Therapieunterbrechung von >48 Stunden die BARC-4-Blutungsrate unter Clopidogrel
(p=0,009) und Prasugrel (p=0,010) und verringerte sie nichtsignifikant unter
Ticagrelor. In der multivariablen Analyse waren Art des P2Y12 Rezeptorinhibitors,
präoperative Absetzzeit, Aspirindosis, Dauer des kardiopulmonalen Bypasses sowie
EuroSCORE II signifikant mit dem Erythrozytenverlust assoziiert. Im Vergleich zu
einer Absetzzeit von ≤24 Stunden reduzierten eine Therapieunterbrechung >48
12
Stunden, abhängig vom P2Y12 Rezeptorinhibitor, Blutverlust um 37%-48% und
BARC-4-Blutungsrate um 58%-71%.
Schlussfolgerungen:
Verglichen mit Clopidogrel ist die Einnahme von Prasugrel oder Ticagrelor <24
Stunden vor koronarer Bypassoperation mit einem höheren Erythrozytenverlust und
einer höheren Inzidenz von BARC-4-Blutungen assoziiert. Eine präoperative
Therapieunterbrechung >48 Stunden führt bei allen untersuchten P2Y12
Rezeptorinhibitoren zu einer deutlichen Reduktion von Erythrozytenverlust und
BARC-4-Blutungsrate. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit der aktuellen Literatur
und werden durch eine aktuelle Metaanalyse individueller Patientendaten von 4837
Patienten (7 Studien) gestützt. Nach Adjustierung für den EuroSCORE II und die
Dauer des kardiopulmonalen Bypasses reduzierte ein leitliniengerechtes
präoperatives Absetzen der P2Y12 Rezeptorinhibitoren das Risiko von BARC-4-
Blutungen um 50%.
Schlagwörter
Schlüsselwörter: duale Plättchenhemmung, akutes Koronarsyndrom, koronare Bypassoperation, Herzchirurgie, Blutung
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Voetsch, Andreas; Dr.med.univ., MBA (Health Care Management)
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Medizinische Universität Graz
Studium
UO 790 202 Dr.-Studium der medizin. Wissenschaft; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer/in (intern)
Mahla, Elisabeth; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. MSc
CO – Betreuer/in (intern)
Berghold, Andrea; Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn.
CO – Betreuer/in (intern)
Knez, Igor; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
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