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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Genauigkeit der mittels Pulsoxymetrie bestimmten arteriellen Sättigung bei Neugeborenen mit extrem niedrigem Geburtsgewicht in der ersten Woche nach der Geburt
Kurzfassung
Hintergrund: Die optimale Sauerstoffsättigung bei Frühgeborenen stellt nach wie
vor eine große Herausforderung in der neonatologischen Intensivstation (NICU) dar. Große multizentrische randomisierte Studien haben gezeigt, dass unterschiedliche Sättigungsbereiche einen erheblichen Einfluss auf das Risiko verschiedener neonataler Komplikationen und die Mortalität haben. Da die klinische Behandlung und Entscheidungen am Krankenbett in hohem Maße von einer kontinuierlichen, nicht-invasiven Pulsoxymetrie abhängen, sind die Zuverlässigkeit und Genauigkeit dieser Messwerte von entscheidender Bedeutung. Jüngste Veröffentlichungen weisen jedoch auf eine systematische Verzerrung der Pulsoxymetrie Messwerte hin, die zu einer ungenauen Darstellung der tatsächlichen arteriellen Sauerstoffsättigung führen kann.
Zielsetzung: Das Ziel dieser Studie war es, die potenzielle Verzerrung zwischen
der per Pulsoxymetrie gemessenen peripheren Sauerstoffsättigung (SpO2) und
dem Goldstandard, der arteriellen Sauerstoffsättigung (SaO2), innerhalb der
hochgradig gefährdeten Untergruppe von Säuglingen mit extrem niedrigem
Geburtsgewicht (ELBW; <1000 g) in der frühen Neugeborenenphase zu untersuchen.
Methoden: Eine retrospektive Datenanalyse wurde an der Neugeborenen
Intensivstation der Medizinischen Universität Graz durchgeführt. Die Studie
umfasste 36 ELBW-Säuglinge (mittleres Gestationsalter 26+0 Wochen) mit insgesamt 173 gepaarten SpO2- und SaO2-Messungen, die in den ersten 48
Stunden nach der Geburt durchgeführt wurden. Ein lineares gemischtes Effektmodell berücksichtigte wiederholte Messungen und definierte den Messfehler als „SpO2-SaO2-Bias”.
Ergebnisse: Es wurde eine hochsignifikante, sättigungsabhängige proportionale
Verzerrung festgestellt (p <0,0001). Mit jedem Anstieg des SaO2-Werts um 1%
verringerte sich der Messfehler um 0,645% (Standardfehler: 0,039), was darauf
hindeutet, dass sich der SpO2-Wert bei niedrigeren Sättigungswerten zunehmend vom SaO2-Wert unterschied.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen eine systematische Überschätzung des SpO2-Werts bei niedrigeren Sättigungsbereichen (SaO2 <90%) und eine Unterbewertung bei hohen Werten (SaO2 >95%). Diese Studie stimmt mit früheren Arbeiten zu Frühgeborenen überein und bestätigt, dass bei ELBW-Säuglingen in den ersten 48 Stunden nach der Geburt eine erhebliche Verzerrung vorliegt. Eine Überschätzung bei niedrigen Werten ist besonders kritisch, da sie eine relevante Hypoxämie in der hochgradig gefährdeten ELBW-Population verschleiern kann.
Schlussfolgerung: Die SpO2-Überwachung bei ELBW in den ersten 48 Stunden
nach der Geburt zeigt eine signifikante Unterschätzung von sowohl einer
Hypoxämie als auch einer Hyperoxämie. Obwohl die Pulsoxymetrie für die
Trendüberwachung unerlässlich ist, sollte sie nicht die einzige Grundlage für die
Anpassung des Sauerstoffgehalts bei Frühgeborenen sein. Zukünftige
Untersuchungen sollten sich auf die Entwicklung verfeinerter Algorithmen und
verbesserter Kalibrierungsverfahren für Frühgeborene und die damit verbundenen komplexen Herausforderungen konzentrieren.
Schlagwörter
Extrem untergewichtige Frühgeborene (ELBW); Frühgeborene; Pulsoximetrie (SpO2); Arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2); Sättigungsabhängiger Bias; Pulsoximetrie Genauigkeit; Sauerstoffsättigungs-Zielbereiche; Neonatologische Intensivstation (NICU);
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Groß, Benjamin Christian
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Suppan, Ena; Dr.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Pichler, Gerhard; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
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