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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Unfallursachen der Lateralen Dislokation - Eine Retrospektive Analyse
Kurzfassung
Hintergrund
Die laterale Luxation (LL) ist eine traumatische Zahnverletzung, bei der es zu einer Verkippung des Zahnes um eine mesio-distale Achse mit Fraktur der Alveolarwand kommt. Obwohl traumatische Zahnverletzungen epidemiologisch gut untersucht sind, fehlen genauere Aufschlüsselungen zur LL, vor allem solche, bei denen die LL in einem eigenen Arbeitsgang als solche verifiziert wurde.
Zielsetzung
Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war die Analyse der Unfallursachen lateraler Luxationen in der permanenten Dentition sowie die Untersuchung möglicher alters- und geschlechtsspezifischer Unterschiede. Dadurch soll zu einem besseren Verständnis der Ätiologie dieser Verletzungsform beigetragen und eine Grundlage für mögliche Präventionsstrategien geschaffen werden.
Material und Methoden
Grundlage der Untersuchung bildeten klinische Patientenakten der Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit Graz aus dem Zeitraum Januar 2006 bis Dezember 2025 (n= 3571). Eingeschlossen wurden ausschließlich Fälle mit gesicherter Diagnose einer lateralen Luxation in der permanenten Dentition, dokumentierter Unfallursache und bekanntem Alter zum Unfallzeitpunkt. Die Unfallursachen wurden in die Kategorien Sturz, Sportunfall, Verkehrsunfall, Gewalteinwirkung und Sonstiges eingeteilt und anschließend in spezifischere Unfallmechanismen untergliedert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels deskriptiver Verfahren, Chi-Quadrat-Test, Cramérs V, einfaktorieller Varianzanalyse und Post-hoc-Analysen.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 431 Personen mit lateraler einer LL in die Analyse eingeschlossen. Davon waren 243 männlich (56,4 %) und 188 weiblich (43,6 %). Das mittlere Alter der Studienpopulation betrug 26,2 ± 16,1 Jahre.
Die häufigste dokumentierte Unfallursache war ein Sturz mit 126 Fällen (29,2 %), gefolgt von Sportunfällen mit 110 Fällen (25,5 %), Verkehrsunfällen mit 95 Fällen (22,0 %) und Gewalteinwirkung mit 82 Fällen (19,0 %).
Zwischen Unfallursache und Geschlecht bestand ein statistisch signifikanter Zusammenhang (p < 0,001). Bei männlichen Patienten waren Sportunfälle (31,7 %) die häufigste Unfallursache, gefolgt von Gewalteinwirkung (25,5 %). Bei weiblichen Patientinnen dominierten Stürze (42,0 %) und Verkehrsunfälle (26,6 %). Die Effektstärke nach Cramérs V betrug 0,31 und zeigte einen Zusammenhang mittlerer Stärke.
Auch hinsichtlich des Alters zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Unfallursachen (p < 0,001). Das niedrigste Durchschnittsalter fand sich bei Sportunfällen (19,5 ± 11,8 Jahre), während sturzbedingte laterale Luxationen die älteste Patientengruppe betrafen (30,7 ± 19,9 Jahre).
Die Analyse der Unterkategorien zeigte zusätzlich Schwerpunkte. Bei sturzbedingten LL war Stolpern die häufigste Unterkategorie. Innerhalb der Sportunfälle dominierten Fußball- und Trampolinunfälle. Verkehrsassoziierte laterale Luxationen waren überwiegend auf Fahrradunfälle zurückzuführen; mit 71 Fällen stellten Fahrradunfälle den häufigsten spezifischen Unfallmechanismus dar. Gewaltassoziierte LLs traten häufiger bei männlichen Patienten auf und die größte Unterkategorie war der Schlag mit einem Gegenstand.
Schlussfolgerung
Stürze stellten die Hauptursache lateraler Luxationen in der permanenten Dentition dar. Auf Ebene der spezifischen Unfallmechanismen dominierten hingegen Fahrradunfälle. Darüber hinaus fanden sich signifikante alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ursachenverteilung. Die Ergebnisse tragen zu einer differenzierten epidemiologischen Charakterisierung der LL bei und liefern Ansatzpunkte für eine zielgruppenspezifische Prävention und klinische Einordnung dieser Verletzungsform.
Schlagwörter
Traumatologie;Laterale Luxation;Zahnmedizin
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Lauber, Judith Marie
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit
Studium
UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Kqiku-Biblekaj, Lumnije; Univ. ZÄ Priv.-Doz. Dr.med.dent.
Mitbetreuer*in (intern)
Ebeleseder, Kurt; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ.
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