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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Wirkung der Interaktion mit dem sozial-assistierenden Roboter „Pepper“ auf Patient*innen mit bipolarer Störung
Kurzfassung
Einleitung: In einer Zeit, in der Roboter auch in der Psychiatrie zunehmend Einzug halten, untersuchte diese Arbeit die Auswirkungen einer Interaktion mit dem sozial-assistierenden Roboter ((Socially Assistive Robots, SAR) „Pepper” auf die Stimmung von Patient*innen mit bipolarer affektiver Störung sowie deren Akzeptanz und Nutzererfahrung.
Material und Methoden: Die Intervention bestand aus einem etwa 5-minütigen spielerischen Aufwärmprogramm, gefolgt von etwa 15-minütigen psychoedukativen Inhalten, die durch Pepper vermittelt wurden. Die Patient*innen konnten bis zu drei Themen auswählen, an die sich jeweils ein Quiz zur Wissensüberprüfung anschloss. Die Stimmung wurde unmittelbar vor und nach der Intervention mithilfe der Aktuellen Stimmungsskala (ASTS) erhoben. Zusätzlich wurden die Benutzerfreundlichkeit (System Usability Scale, SUS), die Wahrnehmung des Roboters (Godspeed-Fragebogen), die Akzeptanz der Roboterinteraktion sowie Präferenzen hinsichtlich psychoedukativer Inhalte mittels standardisierter Fragebögen erfasst.
Ergebnisse: Die Interaktion mit Pepper führte zu einer statistisch signifikanten Verringerung der Müdigkeit, während sich in Bezug auf die Stimmung keine signifikanten Veränderungen zeigten. Die Benutzerfreundlichkeit wurde insgesamt als gut bis ausgezeichnet bewertet. Auch die Akzeptanz der Roboterinteraktion fiel hoch aus: Die Patient*innen beschrieben Pepper als freundlich, sympathisch, vertrauenswürdig und einfach zu bedienen. In der Wahrnehmung des Roboters zeigten sich hohe Werte für Sympathie und Lebendigkeit sowie moderate Werte für wahrgenommene Intelligenz, während Anthropomorphismus und Sicherheit niedriger bewertet wurden. Das größte Interesse bestand an psychoedukativen Inhalten zu Depression (von 81,25 % gewählt) und bipolarer affektiver Störung (von 56,25 % gewählt), wobei das Modul zur bipolaren Störung die höchste Motivation hervorrief. Als Verbesserungsvorschläge wurden insbesondere eine stärkere Interaktivität und Gamification genannt.
Schlussfolgerung: Die bisherigen Ergebnisse der laufenden Studie sprechen für eine hohe Akzeptanz und gute Benutzerfreundlichkeit des sozial-assistierenden Roboters „Pepper” bei Patient*innen mit bipolarer affektiver Störung. Die beobachtete Reduktion der Müdigkeit sowie die positiven Rückmeldungen zur Interaktion unterstreichen das Potenzial robotergestützter psychoedukativer Interventionen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine Grundlage für die Weiterentwicklung und Evaluation zukünftiger robotergestützter Therapie- und Schulungskonzepte.
Schlagwörter
Roboter; Pepper; Psychiatrie; bipolar; Stimmungsveränderung; Roboterinteraktion; Psychoedukation
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Smolak, Irina Silke
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Häussl, Alfred Alois; Dr.scient.med. BScN. MSc
Mitbetreuer*in (intern)
Reininghaus, Eva; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.et scient.med. MBA
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