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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Identifikation von Markern von Krankheitssubtypen und Krankheitsprogression innerhalb des Syndroms des Essentiellen Tremors.
Kurzfassung
Einleitung
Der essentielle Tremor (ET) stellt ein heterogenes Syndrom dar, und seine Pathophysiologie bleibt umstritten. Während häufig propagierte klinische Subtypen zwischen Alter bei Krankheitsbeginn (früh vs. spät beginnender ET) oder dem Vorhandensein zusätzlicher neurologischer Zeichen unklarer Signifikanz (reiner ET vs. ET-plus) unterscheiden, stehen sich mit der elektrochemischen und neurodegenerativen zwei dominante pathophysiologische Hypothesen gegenüber. Ziel dieses querschnittlichen Projekts war es, prospektiv eine große Kohorte an Personen mit ET zu rekrutieren, wobei der Fokus auf diesen potenziellen klinischen Subtypen lag. In einem Nebenprojekt wurden zudem die Spiegel des sauren glialen fibrillären Proteins (GFAP) im Serum als Marker astrozytären Schadens bzw. von Neurodegeneration in Subtypen von ET bestimmt.
Methoden
Personen mit ET wurden prospektiv rekrutiert mit Fokus auf Merkmale klinischer Subtypen, insbesondere Alter bei Tremorbeginn und neurologische Soft Signs. Es erfolgte eine Subtypisierung basierend auf Alter bei Tremorbeginn in früh und spät beginnenden ET (primäre Grenze 40 Jahre) sowie basierend auf der An- oder Abwesenheit von Soft Signs in reinen ET oder ET-plus. Zusätzlich Ansätze inkludierten eine Subtypisierung basierend auf der absoluten Anzahl von Soft Signs bzw. auf den klinisch dominanten Soft Signs. Alle Personen wurden zudem einer strukturierten klinischen Untersuchung inklusive Tremoranamnese, Bewertung von motorischen und nicht-motorischen Symptomen sowie einer kognitiven Testung unterzogen.
Ergebnisse
Es wurden 110 Personen mit ET eingeschlossen. Während die große Mehrheit (86.4%) als ET-plus klassifiziert wurde, unterschieden sich reiner ET und ET-plus nicht in wichtigen klinischen Merkmalen außer eines höheren Alters bei Einschluss sowie einer höheren Tremorschwere in ET-plus. Die Anzahl der Soft Signs korrelierte eng mit höherem Alter,
während eine Subtypisierung basierend auf klinisch dominanten Soft Signs differenzierte Profile von Personen mit reinem Tremor oder Dystonie verglichen mit jenen mit Ataxie oder Parkinsonismus offenbarte. Der spät beginnende verglichen mit dem früh beginnendem ET war charakterisiert durch fokalen Tremorbeginn, Fehlen von Alkoholresponsivität, schnellerer Tremorprogression und kognitiver Dysfunktion in den Domänen Sprache, Gedächtnis und Exekutivfunktionen. Des Weiteren war GFAP im Serum von Personen mit spätem Tremorbeginn und kurzer Krankheitsdauer erhöht und assoziiert zu Tremorprogression.
Schlussfolgerung
Während das globale Konzept “Soft Signs” nur ein Indikator für Alter und Tremorschwere zu sein scheint, zeigt ein differenzierterer, auf klinisch dominanten Soft Signs beruhender Ansatz große Überlappungen zur Subtypisierung basierend auf dem Alter bei Krankheitsbeginn. Die Integration beider Konzepte ergibt ein pathophysiologisches Spektrumsmodell von ET, bei dem an einem elektrochemischen Pol ein Subtyp mit frühem Krankheitsbeginn, gekennzeichnet durch reinen Tremor oder Dystonie, steht, während an einem anderen, neurodegenerativen Pol ein Subtyp mit spätem Beginn, gekennzeichnet durch Ataxie und Parkinsonismus, liegt. Dieses Konzept der Neurodegeneration in spät beginnendem ET wird auch durch erhöhtes GFAP im Serum von Personen in Frühstadien der Erkrankung und spätem Krankheitsbeginn untermauert.
Schlagwörter
essentieller Tremor; Subtypen; Soft Signs; Alter bei Krankheitsbeginn; essentieller Tremor plus; früher Beginn; später Beginn; Neurodegeneration; saures gliales fibrilläres Protein im Serum; sGFAP
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Neurologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Gattermeyer-Kell, Lukas; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Neurologie
Studium
UO 790 202 Dr.-Studium der medizin. Wissenschaft; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer/in (intern)
Schwingenschuh, Petra; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
CO – Betreuer/in (intern)
Schmidt, Reinhold; Univ.-Prof. Dr.med.univ.
CO – Betreuer/in (intern)
Gattringer, Thomas; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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