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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Häufigkeit der Kuhmilchprotein-Allergie bei Säuglingen mit Vorliegen des Symptoms "Hämatochezie" Eine retrospektive Datenanalyse der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Jahre 2014-2023
Kurzfassung
Hintergrund: Die Kuhmilchproteinallergie bei Säuglingen stellt ein herausforderndes Krankheitsbild des pädiatrischen Alltages dar. Die klinische Symptomatik ist unspezifisch und reicht von fehlendem Gedeihen, Erbrechen und Diarrhö über Exantheme, Bauchschmerzen bis hin zur Hämatochezie. Die Diagnose wird in der Regel durch Ausschluss der Differentialdiagnosen sowie anschließender Eliminationsdiät und Reprovokation gestellt.
Aufgrund des hohen diagnostischen und therapeutischen Aufwandes war es Ziel dieser Arbeit, zu untersuchen, wie viele der mit dem Leitsymptom „Hämatochezie“ vorstelligen Säuglinge tatsächlich an einer KMPA leiden. Weiters soll evaluiert werden, wie sich der weitere Krankheitsverlauf sowie die Therapie der Kinder gestalten.
Methodik: In einer retrospektiven Datenanalyse wurden epidemiologische Parameter sowie Diagnosestellung und Therapie von 216 Säuglinge im Alter von 0-12 Monaten erfasst, die in den Jahren 2014-2023 am LKH Univ.-Klinikum für Kinder- und Jugendheilkunde Graz mit dem Symptom “Hämatochezie” vorstellig wurden. Damit wurde eruiert, welche Patientengruppe mit der Verordnung einer Eliminationsdiät oder einer Spezialnahrung nach Hause geschickt wurde. Diese Familien wurden telefonisch kontaktiert, um Daten über den weiteren Krankheitsverlauf nach Verlassen des Klinikums zu gewinnen. Zur Wahrung der Übersicht wurde jeder Patient einer Diagnose-Kategorie zugeordnet. Unabhängig vom KMPA-Diagnosestatus konnten bei einzelnen PatientInnen zusätzliche Diagnosen (z.B. Infektionen) gestellt werden, weshalb sowohl Einzel- (absolute Häufigkeit der vergebenen Diagnosen) als auch Kombinationskategorien ausgewertet wurden. Abschließend wurde die Gruppe der bestätigten KMPA mit den restlichen Studienpopulation hinsichtlich potenzieller Risikofaktoren verglichen.
Ergebnisse: Von 84 potenziell erreichbaren PatientInnen konnten 58 Personen erreicht, und in einem 5-10-minütigen standardisierten Gespräch befragt werden. Die Diagnose “bestätigte KMPA” wurde in der Auswertung der Einzelkategorien in 6,5% der Fälle vergeben, in der Analyse der kombinierten Kategorien lag der Anteil bei 6%. Eine “nicht-bestätigte KMPA” lag als Einzel-Kategorie zu 20,3% vor und in 18,5% der Fälle der kombinierten Kategorien.
Die Follow-Up Telefonate zeigten, dass Säuglinge mit KMPA im weiteren Verlauf ihres Lebens keine gravierenden Folgen und Einschränkungen zu befürchten haben. Ein Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer KMPA und Asthma oder Allergien konnte in dieser Studienpopulation nicht gezeigt werden.
Diskussion: Die Ergebnisse dieser Arbeit unterstreichen die Bedeutung einer sorgfältigen und differenzierten Diagnostik bei Säuglingen mit Hämatochezie. Vor der Diagnosestellung einer KMPA sollten relevante Differentialdiagnosen konsequent berücksichtigt werden, um eine Überdiagnostik vorzubeugen. Knapp ein Viertel der Studienpopulation profitierte von der Verordnung der Eliminationsdiät, die sich demnach als ein wichtiges diagnostisches und therapeutisches Tool erwies. Die Eltern müssen gut aufgeklärt und begleitet werden, da sie bei diesem Krankheitsbild eine Rolle als Diagnostiker und Therapeut zugleich einnehmen.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Pichler, Mariella
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Kohlmaier, Benno; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Sever, Gülsen; Dr.med.univ. Dr.scient.med.
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