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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Early-Onset Pankreaskarzinom: Klinische Charateristika, Behandlungsmuster und vorläufige Ergebnisse des Austrian Advanced Pancreatic Cancer Registers (ADPACA)  
 Hintergrund



Das Pankreaskarzinom hat weltweit eine der höchsten Mortalitätsraten. Innerhalb dieser Tumorentität weist das Early-Onset-Pankreaskarzinom (EOPC) in den vergangenen Jahren den stärksten Inzidenzanstieg auf. Circa 10 % aller duktalen Adenokarzinome des Pankreas (PDAC) können dieser Subgruppe zugeordnet werden.

Gleichzeitig liegen nur wenige umfassende Daten zu palliativen Behandlungsmustern des EOPC im Kontext von Patient*innen- und Tumorcharakteristika vor.



Dieser Forschungslücke widmet sich die vorliegende Arbeit, indem im Rahmen der ambispektiven, multizentrischen Registerstudie ADPACA an 12 Zentren in Österreich umfangreiche Daten zu palliativ behandelten Pankreaskarzinom-Patient*innen erhoben wurden. Neben Tumor- und Patient*innencharakteristika, wurde ein besonderes Augenmerk auf die umfangreiche Erfassung der palliativen Therapie gelegt.



Methoden



Die hier vorliegende Studie wurde im Rahmen des ADPACA Registers durchgeführt. Darin wurden Patient*innen mit fortgeschrittenem duktalem Pankreaskarzinom sowohl retrospektiv als auch prospektiv eingeschlossen. Ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium wurde durch das Vorhandensein von Metastasen oder lokalem Fortschreiten definiert. Zur Auswertung der gesammelten Daten wurden uni- und multivariate Cox-Regressionsmodelle sowie Kaplan-Meier-Modelle verwendet. Dabei wurden EOPC-Patient*innen (Diagnose mit ≤50 Jahren), non-EOPC-Patient*innen (Diagnose mit >50 Jahren) gegenübergestellt.



Ergebnisse



Von insgesamt 932 im ADPACA Register erfassten Pankreaskarzinom-Patient*innen konnten 65 (6,97 %) als EOPC klassifiziert werden. EOPC-Patient*innen waren häufiger männlich und wiesen eine signifikant höhere Prävalenz einer chronischen Pankreatitis als Risikofaktor auf.

Bei 43,08 % der EOPC-Patient*innen wurde eine Mutationsanalyse des Tumorgewebes durchgeführt. Die Häufigkeit von KRAS-Mutationen zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

EOPC-Patient*innen erhielten im Vergleich zu non-EOPC-Patient*innen signifikant häufiger Kombinationschemotherapien (60,0 % vs. 24,8 %) in der palliativen Erstlinie. Die in der EOPC-Kohorte am häufigsten eingesetzten Therapieregime waren FOLFIRINOX und mFOLFIRINOX, während non-EOPC-Patient*innen überwiegend mit Gemcitabin/Nab-Paclitaxel oder Gemcitabin als Monotherapie behandelt wurden. Darüber hinaus erhielten EOPC-Patient*innen häufiger eine palliative Zweitlinientherapie.



Zwischen den Gruppen konnte bezüglich der Ansprechparameter – Disease Control Rate (DCR) und Objective Response Rate (ORR) – kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Gleiches galt für die Überlebensparameter, das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).



Conclusio



Trotz der meist intensiveren palliativen Therapien sowie der höheren Anzahl an Therapielinien konnte für EOPC-Patient*innen im Vergleich zu non-EOPC-Patient*innen kein Überlebensvorteil nachgewiesen werden. Dies ist besonders interessant, da dieses Ergebnis inkongruent zur bestehenden Literatur zu sein scheint. Einige der bisher publizierten Analysen schlossen sowohl palliativ als auch ausschließlich kurativ therapierte Patient*innen ein, während sich die vorliegende Studie gezielt auf Patient*innen mit einem metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom unter palliativer Chemotherapie konzentriert.

Da palliativ behandelte Patient*innen die größte Gruppe im klinischen Alltag darstellen, haben diese Ergebnisse eine besonders hohe Relevanz für die tägliche Praxis und zukünftige Forschung. Dies könnte die Grundlage für die Optimierung von Behandlungsstrategien für EOPC-Patient*innen legen.  
 Onkologie; Pankreaskarzinom; Early-onset Tumore; PDAC; EOPC; palliative Therapie  
 
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 Innere Medizin
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Süß, Alexandra
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Riedl, Jakob; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
  Moik, Florian; Dr.med.univ. PhD.