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Medizinische Universität Graz
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Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Wirksamkeit der palliativen Erstlinientherapie in der klinischen Praxis beim rezidivierten, metastasierten duktalen Adenokarzinom des Pankreas — Ergebnisse aus dem Austrian Advanced Pancreatic Ductal Adenocarcinoma (ADPACA) Register
Kurzfassung
Einleitung
Patient*innen mit initial kurativer Primärtumorresektion und nachfolgender Fernmetastasierung stellen circa ein Viertel aller Patient*innen mit metastasiertem duktalem Adenokarzinom des Pankreas (mPDAC) unter palliativer Erstlinientherapie dar. Trotzdem sind Patient*innen mit mPDAC nach Tumorrezidiv (recurrent mPDAC) in den Zulassungsstudien der palliativen Erstlinientherapie stark unterrepräsentiert oder wurden ausgeschlossen.
Ziel dieser Studie war die Charakterisierung der Patient*innen-Kohorte mit recurrent mPDAC und die Analyse der angewandten Therapieschemata sowie der damit assoziierten Outcomes im Vergleich mit de novo metastasierten Patient*innen.
Material und Methoden
Analysiert wurden Patient*innen mit mPDAC aus dem multizentrischen ADPACA-Register, bei denen zwischen Jänner 2017 und August 2025 eine palliative Erstlinientherapie begonnen wurde und ein Follow-up von mindestens 6 Monaten vorlag. Recurrent mPDAC wurde als initial kurativ intendierte Tumorresektion mit nachfolgendem Auftreten von Fernmetastasen definiert. De novo mPDAC lag vor, wenn bereits zum Zeitpunkt der Primärdiagnose Fernmetastasen nachweisbar waren. Die Objective Response Rate (ORR) wurde mittels Chi2-test verglichen. Das Progression-free Survival (PFS) sowie Overall Survival (OS) wurde mit der Kaplan-Meier-Methode ermittelt und mittels Log-Rank-Tests verglichen. Es wurde weiters eine Subgruppenanalyse innerhalb der recurrent mPDAC bezüglich Behandlungsmuster der palliativen Erstlinientherapie durchgeführt.
Ergebnisse
In die Studie wurden 753 Patient*innen inkludiert. 201 (27%) davon waren recurrent, 552 (73%) de novo metastasiert. Primärtumore im Caput pancreatis waren häufiger in der Recurrent-Gruppe (73% vs. 43%; p < 0.001). Patient*innen mit recurrent mPDAC zeigten außerdem einen niedrigeren BMI (22.7 vs 24.0; p < 0.001), eine niedrigere Prävalenz von Lebermetastasen (52% vs. 78%; p < 0.001) und niedrigere CA-19-9-Level bei Start der palliativen Therapie. 84% der Patient*innen mit recurrent mPDAC erhielten zuvor eine (neo)adjuvante Systemtherapie. Andere Baseline-Charakteristika der beiden Studiengruppen waren vergleichbar.
Trotz niedrigerer ORR (23% vs. 32%; p=0.038) und geringerer Therapieintensität in der palliativen Erstlinie, zeigte sich ein längeres Überleben in der Gruppe der recurrent mPDAC: mPFS 6.4 vs. 4.8 Monate (95% CI 5.2–8.1 vs. 4.1–5.3; log-rank p<0.001) and mOS 13.0 vs. 7.9 Monate (95% CI 10.2–14.8 vs. 7.1–8.5; log-rank p<0.001). Dieser Unterschied im Überleben zwischen recurrent vs. de novo mPDAC bestätigte sich auch in der durchgeführten multivariablen Analyse nach Adjustierung zu Variablen wie Alter, ECOG, BMI, Primärtumorlokalisation, Tumorlast und Tumorgrade.
Die Subgruppenanalyse innerhalb recurrent mPDAC zeigte eine niedrige Anwendungsrate von platin-basierten Dreifachtherapien nach durchgeführter adjuvanter Therapie.
Conclusio
Recurrent mPDAC stellt in der klinischen Praxis eine eigene Subgruppe von Patient*innen mit metastasiertem Pankreaskarzinom unter palliativer Erstlinientherapie dar, die ein längeres Überleben und abweichende eingesetzte Therapieschemata zeigt. Weitere Forschung und eine adäquate Repräsentation in zukünftigen randomisierten Studien sind nötig, um optimale Therapieempfehlungen für diese Patient*innengruppe gewährleisten zu können.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Innere Medizin
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Eckert, Sebastian
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Riedl, Jakob; Univ. FA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Moik, Florian; Dr.med.univ. PhD.
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