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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Erfassung von Qualitätsmerkmalen der Wiederbelebungsmaßnahmen bei prähospitalem, adultem Herz-Kreislauf-Stillstand in großen klinischen Reanimationsstudien
Kurzfassung
Einleitung
Die Qualität der kardiopulmonalen Wiederbelebung (CPR) stellt einen
entscheidenden Einflussfaktor auf das Überleben und das neurologische Outcome
nach außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand (OHCA) dar. Darüber hinaus könnte
sie als potenzieller Confounder und Effektmodifikator in klinischen Studien wirken.
Zur Standardisierung der Datenerhebung wurden neben Erwähnungen in
etablierten Leitlinien auch Expert*innenempfehlungen zur Erfassung von CPR-
Qualitätsparametern erstellt. Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, in welchem
Ausmaß diese Parameter in Reanimationsstudien, veröffentlicht in renommierten
Journalen, erfasst, berichtet und eingeordnet werden.
Methodik
Es wurde eine strukturierte Literaturrecherche mit systematischen Aspekten in der
Datenbank PubMed/MEDLINE durchgeführt. Eingeschlossen wurden Studien zu
prähospitalem Herz-Kreislauf-Stillstand bei Erwachsenen, die zwischen 2010 und
2022 in Journalen mit einem Journal Impact Factor (JIF) ³10 publiziert wurden. Als
Suchstrategie wurde der MeSH-Term „out-of-hospital cardiac arrest“ verwendet. Die
Studien wurden anhand vordefinierter Ein- und Ausschlusskriterien selektiert und
hinsichtlich der Erfassung empfohlener CPR-Qualitätsparameter analysiert.
Resultate
Von den eingeschlossenen Studien berichteten nur 24 von 125 Studien (19,2%)
eine Erfassung von CPR-Qualitätsparametern, während 101 Studien (80,8%) keine
entsprechende Datenerhebung durchführten.
Von den 24 Studien mit Qualitätserfassung berichteten 8 Studien (33,3%)
mindestens drei der sechs empfohlenen Kernparameter, was 6,4% aller
eingeschlossenen Studien entspricht. Die übrigen 16 Studien erhoben weniger als
die Hälfte der Kernparameter.
Darüber hinaus zeigte sich eine erhebliche Heterogenität hinsichtlich des Anteils
der Patient*innen mit erfasster CPR-Qualität (3,57% bis 100%) sowie des
Messzeitraums (von wenigen Minuten bis zur gesamten Reanimationsdauer).
Die CPR-Qualität wurde nur in etwa einem Drittel der Studien als Limitation
thematisiert. Interventionsstudien erfassten Qualitätsparameter deutlich häufiger als
Observationsstudien (42,9% vs. 12,4%).
Diskussion
Die Ergebnisse zeigen, dass die CPR-Qualität in der aktuellen Studienlage zum
OHCA nur unzureichend und nicht standardisiert erfasst wird. Trotz ihrer bekannten
Bedeutung für das Patient*innenoutcome wird sie häufig weder systematisch
erfasst, noch konsequent als Limitation der Studienvalidität berücksichtigt. Dies
stellt eine relevante methodische Schwäche dar, da Unterschiede in der CPR-
Qualität als Confounder oder Effektmodifikator die Studienergebnisse beeinflussen
können. Zukünftige Studien sollten daher eine standardisierte Erfassung und
Veröffentlichung von CPR-Qualitätsparametern implementieren, um die Robustheit
wissenschaftlicher Erkenntnisse und die klinische Versorgung nachhaltig zu
verbessern.
Schlagwörter
Kardiopulmonale Wiederbelebung, hochqualitative Wiederbelebungsmaßnahmen, präklinischer Herzkreislaufstillstand
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Felber, Daniel
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Kurz, Andrea; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Orlob, Simon; Univ. FA Dr.med.univ.
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