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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Geschlechterverteilung in der Notfallmedizin. Ein Vergleich von Alarmierungsgrund und Arbeitsdiagnose bei Notarzteinsätzen: eine retrospektive Analyse
Kurzfassung
Hintergrund
Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Präsentation und im Verlauf zahlreicher Erkrankungen sind gut belegt, werden jedoch in der präklinischen Notfallmedizin bislang unzureichend berücksichtigt. Ziel dieser Studie war es, Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten hinsichtlich des Alarmierungsgrundes und der Arbeitsdiagnose zu analysieren sowie die diagnostische Übereinstimmung zwischen präklinischer Arbeitsdiagnose und klinischer Hauptdiagnose zu untersuchen.
Methoden
In einer retrospektiven Analyse wurden alle Einsätze des Notarzteinsatzfahrzeuges Graz Ost im Zeitraum von Jänner bis Dezember 2024 ausgewertet. Erfasst wurden unter anderem Alarmierungsgrund, Arbeitsdiagnose, NACA-Score, präklinische Maßnahmen und verabreichte Medikamente. Die klinische Hauptdiagnose wurde anhand des Ambulanzbefundes erhoben. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden mittels Chi-Quadrat-Test analysiert. Die diagnostische Übereinstimmung wurde kategorisiert bewertet. Zusätzlich erfolgte eine Analyse der präklinischen Diagnostik des akuten Koronarsyndroms anhand von Sensitivität und Spezifität sowie negativ und positiv prädiktivem Wert.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 1405 Einsätze analysiert (m: 48,4%, w: 51,6%). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Alarmierungsgrund zwischen den Geschlechtern (p = 0,168). In den Arbeitsdiagnosen fanden sich jedoch signifikante Unterschiede, insbesondere mit einer höheren Rate an Herz-Kreislauf-Stillständen, Myokardinfarkten und schweren Traumata bei Männern sowie häufiger hypertensive Notfälle und Verletzungen der Extremitäten bei Frauen.
Männliche Patienten wiesen insgesamt einen höheren Erkrankungsschweregrad (NACA ≥ 4) auf und erhielten häufiger invasive Maßnahmen.
Die diagnostische Übereinstimmung zwischen präklinischer und klinischer Diagnose war moderat, zeigte jedoch keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Eine höhere Übereinstimmung fand sich bei Patienten mit höherem Schweregrad (p < 0,001). Die präklinische Diagnose eines ACS zeigte eine Sensitivität von 72% und eine Spezifität von 97%, ohne relevante geschlechtsspezifische Unterschiede.
Schlussfolgerung
Die durchgeführte retrospektive Analyse deutet darauf hin, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der präklinischen Notfallmedizin primär die Art und Schwere der Erkrankungen betreffen, allerdings nicht den Alarmierungsgrund oder die Qualität der präklinischen Diagnostik. In den untersuchten Einsätzen war die diagnostische Treffsicherheit insgesamt moderat und stark vom Schweregrad der Erkrankung abhängig.
Schlagwörter
Präklinische Notfallmedizin; geschlechtsspezifische Unterschiede; präklinische Diagnostik; akutes Koronarsyndrom; NACA-Score; Herz-Kreislauf-Stillstand; Trauma; Notarzteinsatzfahrzeug
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Rohrmoser, David Michael
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Rief, Martin; Univ. OA Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Heri, Andreas; Dr.med.univ.
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