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Medizinische Universität Graz    

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Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Behandlungsergebnisse positionsbedingter Schädeldeformationen – Eine Einschätzung der Eltern  
 Als Plagiozephalie werden Schädeldeformitäten bezeichnet, die entweder positionsbedingt auftreten oder durch Kraniosynostosen verursacht werden. Kraniosynostosen sind durch eine vorzeitige Fusion der Schädelnähte gekennzeichnet, sodass die Schädelform in Abhängigkeit von der jeweils betroffenen Schädelnaht bestimmt wird. Die Schädelsuturen stellen bindegewebige Verbindungen zwischen den Schädelknochen dar. Sie sind bei der Geburt physiologischerweise noch nicht ossifiziert, daher noch offen und ermöglichen dadurch das postnatale Schädelwachstum. Im Gegensatz zu plagiozephalen Deformitäten infolge einer Kraniosynostose liegt bei lagebedingten Plagiozephalien keine vorzeitige Fusion der Schädelnähte vor, weshalb das physiologische Schädelwachstum grundsätzlich erhalten bleibt. Lagebedingte Schädelasymmetrien entstehen durch eine prolongierte externe Druckeinwirkung auf den Hinterkopf, insbesondere bei Säuglingen mit überwiegender Lagerung in Rückenlage.

Seit der Einführung der Empfehlung Neugeborene zur Prävention des plötzlichen Kindestodes in Rückenlage schlafen zu lassen, hat die Häufigkeit von lagebedingten Schädeldeformitäten deutlich zugenommen. Infolgedessen sind die Fälle angestiegen, welche eine effektive Behandlung erfordern. Bei mittelschweren bis schweren Fällen wird häufig eine Therapie mit einer Kopforthese, auch bezeichnet als Helmtherapie, empfohlen. Diese ist bei Säuglingen mit lagebedingter Plagiozephalie eine vielversprechende Möglichkeit, die positionsbedingte Schädeldeformität im frühen Kindesalter zu behandeln. Diese Orthesen geben dem kindlichen Schädel eine Wachstumsrichtung vor. Bei frühzeitigem Therapiestart können sie zu raschen und zufriedenstellenden Resultaten führen.

Während objektive morphometrische Ergebnisse gut dokumentiert sind, wird die Zufriedenheit der Betreuungspersonen mit der Behandlung – ein entscheidender Indikator für den Therapieerfolg – in der Literatur bislang kaum thematisiert. Diese retrospektive, monozentrisch durchgeführte Beobachtungsstudie untersuchte die subjektive Einschätzung der Betreuungspersonen nach der Kopforthesen-Therapie bei 103 Säuglingen mit mittelschweren bis schweren positionsbedingten Schädeldeformitäten an der Medizinischen Universität Graz zwischen Jänner 2020 und Dezember 2024. Das primäre Studienziel war die allgemeine Zufriedenheit der Betreuungspersonen, die anhand des validierten Fragebogens „Short Assessment of Patient Satisfaction“ (SAPS) erfasst wurde, ergänzt durch die Bewertung der empfundenen finanziellen Belastung, der Therapieeinschränkungen und der wahrgenommenen Verbesserung der Kopfform. Zusätzlich wurden demographische Daten sowie die Angaben zur Ausprägung der Schädeldeformität erhoben. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine Orthesentherapie über einen Zeitraum von mindestens 1,6 Monaten (Median der Therapiedauer: 4,13 Monate).

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine hohe Zufriedenheit: 90,3 % der Betreuungspersonen gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Bemerkenswert ist, dass die Unzufriedenheit in erster Linie auf ein als unbefriedigend empfundenes Behandlungsergebnis zurückzuführen war und nicht auf deformitätsspezifische Parameter, die Behandlungsbelastung, die Kosten oder die Therapiedauer. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Zufriedenheit der Sorgeberechtigten mit der Helmtherapie maßgeblich von ihrer subjektiven Wahrnehmung der Behandlungswirksamkeit abhängt. Folglich ist eine umfassende Aufklärung im Vorfeld entscheidend, um realistische Erwartungen zu schaffen. Trotz der verbundenen Behandlungsbelastungen, einschließlich hoher Behandlungskosten und einer langen Behandlungsdauer, zeigt die Zufriedenheit der Betreuungspersonen, dass der wahrgenommene Nutzen der Helmtherapie überwiegt.

 
 Helmtherapie  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Unger, Christine
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit
 UO 203 Zahnmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Wallner, Jürgen; Research Prof. Priv.-Doz. Dr.med. Dr.scient.med. Dr.med.dent.
  Rieder, Marcus; Dr.med.univ. Dr.med.dent.