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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Dissertation - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Anatomische und biomechanische Untersuchung der Beckenstabilität nach chirurgischem Eingriff  
 Verletzungen des Beckenrings stellen aufgrund ihrer anatomischen Komplexität, ihrer biomechanischen Bedeutung und der damit verbundenen physiologischen Folgen eine der größten Herausforderungen in der orthopädischen Unfallchirurgie dar. Vertikale Scherverletzungen (Typ C) sind besonders anspruchsvoll, da sie eine vollständige Instabilität sowohl in der vertikalen als auch in der Rotationsebene aufweisen, was eine effektive externe Fixation und deren Beurteilung erschwert. Diese Dissertation zielt darauf ab, das biomechanische Verständnis und die Beurteilung der anterioren externen Beckenfixation durch einen integrierten Ansatz zu verbessern, der eine systematische Literaturrecherche, experimentelle Untersuchungen und computergestützte Modellierung kombiniert.



Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um zu untersuchen, wie sich Unterschiede in den biomechanischen Testmethoden auf die berichtete Stabilität des frakturierten Beckens auswirken. Dabei wurden 40 Studien identifiziert, die erhebliche Heterogenität hinsichtlich der Frakturmodellierung, der Belastungsprotokolle sowie der Definitionen von Verschiebung und Steifigkeit aufzeigten. Diese Ergebnisse machten einen Mangel an Standardisierung deutlich und flossen in die Konzeption nachfolgender experimenteller und numerischer Untersuchungen ein. In einer experimentellen Studie unter Verwendung postmortaler menschlicher Becken wurde das Verhalten von Konstruktionen unter zyklischen Belastungsbedingungen quantifiziert. Der Einfluss der Fixierungskonfiguration wurde durch den Vergleich von Konstruktionen mit unterschiedlicher Anzahl von Stiften untersucht. Eine Erhöhung der Stiftanzahl führte zu einer höheren Steifigkeit der Konstruktion, einer geringeren Verschiebung und einer verringerten Restverformung, wobei die 3-Stift-Konfiguration die größte mechanische Stabilität aufwies.

Um diese Ergebnisse zu erweitern und zu verallgemeinern, wurde ein Finite-Elemente-Modell entwickelt und anhand von experimentellen Messungen der globalen Steifigkeit und der lokalen Bruchverschiebung kalibriert. Das Modell ermöglichte eine systematische Bewertung des Konstruktionsverhaltens und des Einflusses von Schlüsselparametern in einem kontrollierten und reproduzierbaren Rahmen.



Die Ergebnisse aller Untersuchungen zeigen, dass die globale Konstruktionssteifigkeit allein nicht ausreicht, um die Leistungsfähigkeit einer Fixierung zu charakterisieren. Vielmehr stellen lokale Bewegungen der Fraktur ein klinisch relevanteres Maß für die mechanische Stabilität dar. Diese Erkenntnisse sprechen für die Optimierung von Strategien zur externen Fixierung als gezielte Stabilisierungsmaßnahmen anstelle von Ansätzen, die ausschließlich auf die Maximierung der Steifigkeit abzielen, und unterstreichen deren Bedeutung im Rahmen von kombinierten Behandlungsstrategien bei instabilen Verletzungen des Beckenrings.  
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Meuser, Annika Hela; BSc MSc
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für makroskopische und klinische Anatomie
 UO 790 202 Dr.-Studium der medizin. Wissenschaft; Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hammer, Niels; Univ.-Prof. Dr.med.
  Pretterklieber, Bettina; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med. Bakk.rer.nat.
  Henys, Petr; Ing. Dr. PhD.
  Höch, Andreas; Priv.-Doz. Dr. med. habil.