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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Epidemiologie, Risikofaktoren und klinische Merkmale schwerer pädiatrischer Influenza Infektionen  
 Einleitung

Vor der SARS-CoV-2 Pandemie erkrankten jedes Jahr rund 5-15% der österreichischen Bevölkerung an der saisonalen Influenza. Besonders Kinder unter 5 Jahren und Kinder mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit der Notwendigkeit einer stationären oder auch intensivmedizinischen Behandlung.



Patienten und Methoden

Über das elektronische Krankenhausinformationssystem des LKH-Universitätsklinikum Graz wurden alle Patient*innen mit ICD Diagnosen J09, J10 oder J11 der Intensivstation der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz von 2005-2020 detektiert und zur retrospektiven Datenanalyse herangezogen. Es wurden Daten zu Alter, Geschlecht, Aufenthaltsdauer, Vorerkrankungen, Influenza Typ und Impfstatus erhoben und analysiert.



Ergebnisse

Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum 57 Patient*innen von 0-18 Jahren mit oder wegen einer Influenzainfektion intensivmedizinisch behandelt (33/57, 58% männlich). Bei 42/57 (74%) Patient*innen wurde die Influenza-Infektion als Hauptdiagnose zur stationären Aufnahme gelistet.

Im Untersuchungszeitraum gab es im Median 2 Fälle pro Saison, die meisten Patient*innen wurden in der Saison 2019/20 betreut (12/57, 21,06%). Die mediane Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation betrug 3 Tage (IQR 4 Tage).

Das mediane Alter zum Zeitpunkt der Aufnahme auf die Intensivstation betrug 3 Jahre (IQR 7,0 Jahre, Range: 14 Tage-16 Jahre)

Influenza A war deutlich vorherrschend mit Nachweis bei 47/57 (82,46%) Patient*innen, Influenza B bei 7/57 (12,28%) und Influenza A und B Doppelinfektion bei 3/57 (5,26%) Patient*innen.

Bei 31 (54,39%) Patient*innen waren schwerwiegende Vorerkrankungen bekannt, wobei vor allem neurologische Grunderkrankungen vorherrschend waren. Von 28/57 (49,12%) dokumentierten Impfstatus war kein positiver Influenza-Impfstatus vermerkt. Drei Patient*innen (5,26%) sind in den analysierten 15 Jahren auf der Intensivstation im Rahmen einer Influenza-Infektion verstorben.



Schlussfolgerung/Diskussion

Schwere intensivpflichtige oder auch tödliche Influenza–Infektionen betreffen sowohl Patient*innen mit als auch ohne Vorerkrankungen, wobei neurologische Grunderkrankungen am häufigsten beobachtet wurden. Intensivmedizinisch behandelte Kinder und Jugendliche sind vorwiegend ungeimpft. Unsere Daten zeigen, dass Influenza auch bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen eine bedrohliche Erkrankung darstellen kann.

 
 Influenza;Pädiatrie;Intensivstation;Graz  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Scherrer, Magdalena
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Strenger, Volker; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Zurl, Christoph Johann; Dr.med.univ.