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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Prognostische Bedeutung therapierbarer Treibermutationen bei reseziertem Lungenkarzinom im Frühstadium  
 Hintergrund: Lungenkrebs ist nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern die am zweithäufigsten diagnostizierte Krebsart und die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die gezielte Therapie für nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) mit bekannten EGFR Mutationen und ALK-Fusionen hat sich im letzten Jahrzent so entwickelt, dass die Therapie für diese Entitäten nicht mehr auf zytotoxischer Chemotherapie beruht. Außer diesen beiden gut erforschten Mutationen sind andere molekulare Veränderungen, bei denen man eine zielgerichtete Therapie einleiten könnte, derzeit noch irrelevant für die Entscheidungsfindung in adjuvantem Setting beim NSCLC im Frühstadium. Ziel dieser retrospektiven Analyse war es zu untersuchen, ob es einen Unterschied im rezidivfreien Überleben beim NSCLC im Stadium I–III mit medikamentös behandelbaren molekularen Veränderungen im Vergleich zu Subtypen ohne behandelbare molekulare Veränderungen gibt.



Patienten und Methoden: Alle konsekutiven Patienten, die zwischen Januar 2015 und Dezember 2020 an drei österreichischen Einrichtungen wegen NSCLC (Stadium I–III) mit behandelbaren Mutationen kurativ operiert wurden, wurden identifiziert und mit Tumoren ohne behandelbare molekulare Veränderungen verglichen. Tumoren mit dem EGFR-mutierten Subtyp wurden aufgrund bereits vorliegender Ergebnisse aus prospektiven Studien ausgeschlossen.



Ergebnisse: 160 Probanden hatten Tumoren mit molekularen Veränderungen, 355 Probanden dienten als Kontrollgruppe. Bei Patienten mit Tumoren mit onkogenen Treibermutationen war die Prävalenz weiblicher Personen (p < 0,001) und Nichtrauchern (p = 0,01) höher. Die drei häufigsten Veränderungen waren die KRAS G12C-Mutation (n=92), ALK-Fusionen (n=21) und die BRAF V600E-Mutation (n=15). Die geschätzte kumulative Rezidivrate nach 1, 3 und 5 Jahren betrug 16%, 38% und 46% bei Patienten ohne molekulare Veränderungen, 16%, 38% und 48% bei Patienten mit der KRAS G12C-Mutation und 12%, 33% und 55% bei Patienten mit anderen molekularen Veränderungen (P=0,89). Univariable Prädiktoren für ein erhöhtes Rezidivrisiko waren ein höheres Tumorstadium (P<0,001), Erhalt einer neoadjuvanten Behandlung (P<0,001) und Erhalt einer adjuvanten Behandlung (P=0,03). Der fehlende Zusammenhang zwischen molekularem Veränderungsstatus und Rezidivrisiko blieb auch nach multivariabler Adjustierung für Tumorstadium und perioperative Behandlung bestehen (p=0,82 für KRAS-G12C-Mutation und p=0,43 für jede andere molekulare Veränderung).



Schlussfolgerung: NSCLC-Patienten mit resezierten Tumoren, die molekulare Veränderungen aufweisen, haben nach chirurgischer Behandlung und gegebenenfalls Chemotherapie das gleiche Rezidivrisiko wie Patienten mit Tumoren ohne molekulare Veränderungen.  
 Lungenkarzinom; Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom; Treibermutationen; seltene Mutationen  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Konjić, Selma
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Terbuch, Angelika; Univ. FÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ.
  Brcic, Luka; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.rer.nat.