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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab bei atopischer Dermatitis im Vergleich zu Asthma – eine systematische Übersichtsarbeit  
 Einleitung:

Atopische Dermatitis (AD) und Asthma gehören zu den häufigen chronischen Typ-2-entzündlichen Erkrankungen, die die Lebensqualität für Betroffene erheblich beeinträchtigen. AD äußert sich primär in Form von juckenden, ekzematösen Hautveränderungen, die meist im Kindesalter beginnen. Asthma ist durch eine chronische Entzündung der Atemwege mit wiederkehrenden respiratorischen Symptomen gekennzeichnet. Dupilumab, ein monoklonaler Antikörper, der die Signalwege von Interleukin-4 und Interleukin-13 blockiert, ist für beide Erkrankungen zugelassen. Anders als vorherige Studien, die jede Erkrankung getrennt untersuchen, bietet diese Arbeit eine vergleichende Analyse der Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab bei moderater bis schwerer AD und Asthma, einschließlich PatientInnen mit komorbider Erkrankung. So können Ähnlichkeiten und Unterschiede in Therapieeffekten und Nebenwirkungsprofilen zwischen den beiden Erkrankungen sowie bei komorbiden PatientInnen direkt analysiert werden, was einen Ansatz darstellt, der in der Literatur bisher selten ist.

Methoden:

Es wurde eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien zur Bewertung von Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab bei moderater bis schwerer AD und Asthma durchgeführt. Für Asthma wurden Lungenfunktion (FEV1), Symptomkontrolle und Exazerbationsraten als Endpunkte herangezogen. In der AD-Gruppe wurden krankheitsbezogenen Scores (z.B. EASI), patientInnenberichtete Symptome (z.B. Pruritus) sowie Lebensqualitätsmaße (z.B. DLQI) analysiert. Nebenwirkungen wurden systematisch ausgewertet. Ergänzend wurde eine narrative Übersicht erstellt, um das therapeutische Potential von Dupilumab bei PatientInnen mit komorbider AD und Asthma zu beurteilen, die Nebenwirkungsprofile zwischen den beiden Erkrankungen zu vergleichen und mögliche Effekte auf die langfristige Entwicklung atopischer Begleiterkrankungen zu beleuchten.

Ergebnisse:

Bei Asthma führte Dupilumab zu signifikanten Verbesserungen der Lungenfunktion, der Symptomkontrolle und zu einer Reduktion der Exazerbationen. Bei AD zeigte sich eine deutliche Verbesserung sowohl in ärztlich erhobenen als auch in patientInnenberichteten Parametern. Das Sicherheitsprofil war insgesamt günstig, am häufigsten traten Reaktionen an der Injektionsstelle auf. Konjunktivitis trat vermehrt bei AD-PatientInnen auf. Erste Daten deuten zudem auf konsistente klinische und biomarkerbasierte Verbesserungen bei PatientInnen mit komorbider AD und Asthma hin.

Diskussion:

Die vorliegenden Ergebnisse stützen die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Dupilumab bei beiden Erkrankungen, auch bei PatientInnen mit überlappender Symptomatik. Die erhöhte Inzidenz okulärer Nebenwirkungen bei AD-PatientInnen erfordert eine besondere Beachtung in der ärztlichen Betreuung. Obwohl die Datenlage bei Komorbidität bisher begrenzt ist, liefern sie erste positive Anhaltspunkte. Langfristige Studien sind notwendig, um die Nachhaltigkeit der Therapieeffekte zu bewerten und das mögliche Potential von Dupilumab zur Modifikation des Krankheitsverlaufes bei Typ-2-Entzündungen weiter zu untersuchen. Zudem besteht ein deutlicher Bedarf an strukturierten, krankheitsübergreifenden Behandlungsleitlinien für PatientInnen mit multiplen Typ-2-Komorbiditäten, um eine personalisierte Versorgung zu ermöglichen.

Fazit:

Dupilumab stellt eine wertvolle Therapieoption für PatientInnen mit moderater bis schwerer AD und Asthma dar. Die Wirksamkeit und Sicherheit sind für die Monotherapie in beiden Indikationen gut belegt. Der Nutzen bei komorbiden Verläufen ist vielversprechend, bedarf jedoch weiterer wissenschaftlicher Validierung. Künftige Forschung sollte sich auf die Bewertung langfristiger Effekte, die Identifikation geeigneter PatientInnengruppen und die Entwicklung umfassender Behandlungsstrategien für komplexe Typ-2-entzündliche Krankheitsbilder konzentrieren.

 
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Schrader, Leonie
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Pharmakologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Jandl, Katharina; MSc PhD. Universitätsassistent/in