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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Autologes Fat Grafting - Wirksamkeit und Sicherheit Zellunterstützter versus Konventioneller Techniken Ein Systematischer Review
Kurzfassung
Der autologe Fetttransfer (AFG) ist aufgrund seiner Biokompatibilität, guten Verfügbarkeit und vielseitigen Anwendbarkeit ein etabliertes Verfahren in der ästhetischen und rekonstruktiven Chirurgie. Eine zentrale Limitation bleibt jedoch die unvorhersehbare Resorption des transplantierten Fettgewebes, wodurch die langfristige Volumenretention erheblich variieren kann und in der Literatur Werte von unter 20% bis über 90% berichtet werden. Der Zell-unterstützte Fetttransfer (CAL), bei dem das Fetttransplantat mit Zellen der Stromal-vaskulären Fraktion (SVF) beziehungsweise adipösen Stammzellen (ADSCs/ASCs) angereichert wird, wurde entwickelt, um durch Angiogenese, Adipogenese und Geweberegeneration die Einheilung des Transplantats zu verbessern. Die klinische Evidenz im Vergleich zum konventionellen autologen Fetttransfer ist jedoch bislang uneinheitlich.
Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit war es zu untersuchen, ob CAL die volumetrische Retention von Fetttransplantaten im Vergleich zum konventionellen AFG verbessert und Unterschiede in den postoperativen Komplikationsraten bestehen. Hierfür wurde eine systematische Literaturrecherche gemäß PRISMA Richtlinien in den Datenbanken PubMed und Web of Science von Datenbankerstellung bis zum 30. September 2025 durchgeführt. Eingeschlossen wurden prospektive klinische Studien, die CAL mit konventionellem AFG verglichen und eine Kontrollgruppe, eine objektive volumetrische Messung, eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 3 Monaten sowie mindestens 5 Patient:innen aufwiesen. Datenextraktion und Qualitätsbewertung erfolgten unabhängig durch zwei Reviewer. Aufgrund der Heterogenität hinsichtlich Empfängerregionen, Nachbeobachtungszeiträumen, Zellisolationsmethoden, Aufbereitungsprotokollen und volumetrischen Messverfahren wurde keine Metaanalyse durchgeführt, sondern die Ergebnisse deskriptiv zusammengefasst.
Insgesamt erfüllten 15 prospektive klinische Studien die Einschlusskriterien. 11 berichteten über eine signifikant höhere Retentionsrate zugunsten von CAL, 1 zeigte einen numerischen, jedoch nicht signifikanten Vorteil und 3 fanden keinen signifikanten Unterschied. Besonders deutlich war der Vorteil von CAL bei mehreren Anwendungen im Gesichtsbereich, während die Ergebnisse im Brustbereich heterogener ausfielen. Klinisch relevante Komplikationen wie Ölzysten, Kalzifikationen, tastbare Veränderungen oder Fettgewebsnekrosen traten insgesamt selten auf und zeigten keine erhöhte Häufigkeit in den CAL-Gruppen gegenüber den Kontrollgruppen.
Zusammenfassend deutet die derzeit verfügbare prospektive klinische Evidenz darauf hin, dass CAL die Retention von Fetttransplantaten verbessern kann, ohne mit einer erhöhten postoperativen Komplikationsrate verbunden zu sein. Zur endgültigen Bewertung des klinischen Nutzens sind jedoch größere randomisierte Studien mit standardisierten Methoden und einheitlichen Parametern erforderlich.
Schlagwörter
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Tettmann, Jakob Martin
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Chirurgie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Luze, Hanna; Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Kamolz, Lars-Peter; Univ.-Prof. Dr.med. MSc
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