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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Neonatales, kindliches und mütterliches Outcome bei Frühgeburten nach assistierter Reproduktion - eine retrospektive Datenanalyse  
 Hintergrund: Die Zahl der dokumentierten IVF-Versuche in Österreich zeigt einen deutlichen Anstieg innerhalb der letzten Jahre. Laut IVF-Fondsbericht aus dem Jahr 2025 wurden im Jahr 2024 16% der Kinder, die im Rahmen einer assistierten

Reproduktions-Behandlung entstanden sind, unter der 37.Schwangerschaftswoche geboren, 2,8% zwischen der Schwangerschaftswoche 28 bis 33 und 1,1% unter der 28.Schwangerschaftswoche. Für das kindliche Outcome ist neben der Schwangerschaftswoche auch das Geburtsgewicht ein relevanter Faktor. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Outcomes von Frühgeburten mit niedrigem Geburtsgewicht nach IVF- oder ICSI-Behandlung am Universitätsklinikum Graz in den Jahren 2013 bis 2023.



Methoden: Es wurde eine retrospektive Datenanalyse der nach IVF- oder ICSI-Behandlungen erfolgten Frühgeburten mit einem Geburtsgewicht unter 1800g durchgeführt, wobei im Fall von Mehrlingen zumindest eines der Neugeborenen das Gewichtskriterium erfüllen musste. Die Hauptzielgrößen für das mütterliche Outcome stellten Komplikationen während der Schwangerschaft und unter der Geburt dar. Für das neonatale Outcome waren diese APGAR-Scores, Anteil an ‚small for gestational age‘-Geborenen (SGA), Notwendigkeit einer

respiratorischen Unterstützung und Kurzzeit-Morbiditäten. Zur Erhebung des kindlichen Outcomes wurden die General-Movement-Analyse (GMA), der Entwicklungsstand im Alter von einem Jahr und die Ergebnisse des Bayley-Tests herangezogen. Zur Analyse der Bayley-Testergebnisse wurde zusätzlich eine Vergleichsgruppe mit Kindern nach Spontankonzeption erstellt, die bezüglich relevanter Kriterien, wie unter anderem Gestationsalter und Geburtsgewicht, gematched worden war. Als Nebenzielgrößen wurden zudem demografische und anthropometrische Daten sowie prä- und perinatale Risikofaktoren erhoben.



Ergebnisse: Insgesamt wurden die Daten von 96 Müttern erhoben, wobei es sich in 37 Schwangerschaften um Einlinge, in 49 um Zwillinge und in 10 um Drillinge handelte. Davon waren 33 die Folge einer ICSI-Behandlung und 63 die eines IVF-Verfahrens. Als häufige Schwangerschaftskomplikationen beziehungsweise mögliche Ursachen der Frühgeburtlichkeit wurden eine intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR) in 42 %, ein vorzeitiger Blasensprung (premature rupture of membranes, PROM) in 30 % sowie schwangerschaftsinduzierte hypertensive Erkrankungen in 30 % der Fälle dokumentiert. Dabei ergab sich eine Studienpopulation von 156 Kindern (46% weiblich, 54% männlich) mit einem medianen Gestationsalter von 32,29 Wochen. Die Subgruppen beliefen sich auf 15 extreme (bis 27+6), 51 sehr frühe (28+0 – 31+6) und 90 moderat-späte (ab

32+0) Frühgeborene. Die erfassten Morbiditäten zeigten sich allgemein rückläufig mit zunehmendem Gestationsalter. Der SGA-Anteil betrug 7%, 22% und 31% vom niedrigsten bis zum höchsten Gestationsalter. In der ersten GM-Analyse wurde in

allen Subgruppen mitunter unzureichende Bewegungsmuster, einer ‚poor repertoire‘-Klassifikationen entsprechend, verzeichnet, die sich bei der zweiten Untersuchung bei allen Kindern normalisiert zeigten. Bei 67% der extremen Frühgeborenen, 86% der sehr frühen Frühgeborenen und 89% der moderat-späten Frühgeborenen wurde im korrigierten Alter von einem Jahr eine altersgemäße Entwicklung dokumentiert. Bezüglich der Bayley-Testergebnisse konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen ART-Gruppe und Vergleichsgruppe festgestellt werden.



Schlussfolgerung: Im Rahmen dieser Arbeit ergaben sich keine Hinweise für ein ungünstiges neonatales oder entwicklungsneurologisches Outcome bei kleinen

Frühgeburten nach ART-Behandlungen verglichen mit erhobenen Daten und Literaturangaben für altersentsprechende Frühgeborene. Zudem stehen nun Daten für das mütterliche Outcome bei Frühgeburten nach ART für Vergleiche mit zukünftigen Studien mit ähnlichen Selektionskriterien zur Verfügung. Besonders für die Beurteilung der Bayley-Testungen wird dennoch die Abklärung in einer größer angelegten Studie empfohlen.  
 Frühgeborene; IVF; ICSI; Entwicklungsoutcome; Neonatales Outcome  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Schuster, Sarah
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Scheuchenegger, Anna Birgitta; Univ. FÄ Dr.med.univ. Dr.scient.med.
  Kollmann, Martina; Research Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med. MSc