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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Potenzial mikrobiombasierter Therapien bei Autismus-Spektrum-Störung  
 Hintergrund: Die Forschung zur Darm-Gehirn-Achse hat in den letzten Jahren zu einem verbesserten Verständnis möglicher Pathomechanismen neuropsychiatrischer Erkrankungen beigetraten, einschließlich der Autismus-Spektrum-Störung. Die Ätiologie dieser Erkrankung ist multifaktoriell, bis heute nicht vollständig geklärt und es steht keine kausale Therapie zur Verfügung. Da viele Menschen mit ASS auch an gastrointestinalen Beschwerden leiden, stellt sich die Frage, ob durch Modulation des Mikrobioms gastrointestinale sowie autismusspezifische Symptome beeinflusst werden können. Ein besseres Verständnis darüber könnte zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen. Zu den im Vordergrund der Forschung stehenden Modulationsmöglichkeiten des Mikrobioms zählen der Einsatz von Probiotika, Präbiotika und Synbiotika sowie die Durchführung von Stuhltransplantationen.



Material und Methoden: Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde eine systematische Literaturrecherche über PubMed durchgeführt. 14 Studien, die den Effekt von Probiotika, Präbiotika, Synbiotika oder FMT auf autismusspezifische Symptome untersuchten, wurden eingeschlossen und analysiert.



Ergebnisse: Von den 14 eingeschlossenen Studien untersuchten 7 Studien nur Probiotikamischungen oder einzelne probiotische Stämme, während 2 Studien die Verabreichung von Präbiotika allein evaluierten. Eine Studie prüfte die Kombination von Probiotikum und Präbiotikum (Synbiotika). In 2 Studien wurden Probiotika in Kombination mit weiteren Substanzen (Oxytocin, Rinderkolostrum) untersucht. Weitere 2 Studien befassten sich mit der fäkalen Mikrobiota-Transplantation. Die Wirksamkeit von probiotischen und synbiotischen Interventionen zeigte eine erhebliche Heterogenität. In einigen Studien wurden signifikante Verbesserungen erreicht, meist aber nur in spezifischen Subkategorien und nicht insgesamt auf den Schweregrad der ASS. In den Studien zu Präbiotika konnten keine signifikanten Verbesserungen gastrointestinaler Symptome erzielt werden. Hinsichtlich sozialer Fähigkeiten zeigte nur eine der beiden Studien signifikante Effekte. Die randomisiert kontrollierten Studien zur FMT ergaben ebenfalls uneinheitliche Ergebnisse. Nur eine Studie zeigte signifikante Verbesserungen der GI-Symptome und der autismusbezogenen Symptome.



Diskussion: Mikrobiombasierte Interventionen zeigen eine unterschiedliche Wirksamkeit bei insgesamt guter Sicherheit. Eine ausgeprägte methodische Heterogenität sowie geringe Stichprobengrößen der bisherigen Studien zeigen, dass in Zukunft größere Studien mit standardisierten Bewertungsskalen und längerer Nachbeobachtungszeit erforderlich sind.

 
 Autismus-Spektrum-Störung; ASS; Darm-Gehirn-Achse; Mikrobiom  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Fasching, Anja Maria
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Pharmakologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Reichmann, Florian; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.