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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Einfluss des Darmmikrobioms auf arzneimittelinduzierte Leberschäden am Beispiel Paracetamol  
 Die Paracetamol-Überdosierung ist weltweit einer der häufigsten Gründe für Lebertransplantationen und Ursache des akuten Leberversagens. Die Hepatotoxizität wird dabei vor allem durch die Bildung des Metaboliten N-Acetyl-p-benzochinonimin vermittelt, der bei erschöpften Glutathionspeichern oxidativen Stress, mitochondriale Dysfunktion und hepatozelluläre Nekrosen verursacht. Neben der Therapie einer Paracetamol-Überdosierung mit Acetylcystein und Aktivkohle wird zunehmend auch das Darmmikrobiom als möglicher Modulator arzneimittelinduzierter Leberschäden über die Darm-Leber-Achse in Betracht gezogen. Diese Arbeit setzt sich mit der Rolle des Darmmikrobioms bei Paracetamol-induzierter Hepatotoxizität auseinander.



Im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche konnten 40 relevante Studien, darunter Tier-, Human- und In-vitro-Studien, eingeschlossen werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Darmmikrobiom die individuelle Anfälligkeit gegenüber Paracetamol wesentlich beeinflusst. Unterschiede in der mikrobiellen Zusammensetzung, antibiotikabedingte Mikrobiomdepletion und Fäkaltransplantation sowie Co-Housing verändern den Schweregrad der Leberschädigung deutlich. Paracetamol selbst induziert Dysbiose und beeinträchtigt die intestinale Barrierefunktion, wodurch hepatische Entzündungsprozesse verstärkt werden.



Gezielte mikrobielle Modulation durch Probiotika, Präbiotika und Metabolite zeigt hepatoprotektive Effekte. Probiotika wie Akkermansia muciniphila, Bifidobakterien, Lactobacillus, Lacticaseibacillus casei, Lachnospiraceae und Christensella minuta reduzieren Paracetamol-induzierte Leberschäden durch Verbesserung der Darmbarriere, Produktion von kurzkettigen Fettsäuren, Aktivierung antioxidativer Signalwege wie Nrf2 und Beeinflussung des Cytochrom-P450-abhängigen Arzneimittelmetabolismus. Darmansässige Pilze, pflanzliche Extrakte und auch die Ernährung mit Fruktose tragen über ähnliche Mechanismen zur Hepatoprotektion nach Paracetamolgabe bei.



Das Darmmikrobiom könnte eine vielversprechende therapeutische Ergänzung zur bestehenden Therapie sein.



 
 Darmmikrobiom; Leberschaden; Paracetamol; Acetaminophen  
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Bayer, Melissa
Betreuende Einrichtung / Studium
  Lehrstuhl für Pharmakologie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Reichmann, Florian; Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ. PhD.