| Einleitung/Forschungsfrage: Metaphern sind ein wesentlicher Bestandteil der
ärztlichen Kommunikation. Ob zur Beschreibung von Symptomen, zur Erklärung
der Pathophysiologie einer Krankheit oder zur Darstellung verschiedener
Therapieoptionen für die Entscheidungsfindung mit Patient*innen – bildhafte
Sprache wird gerne zur Hilfe gezogen. Dennoch ist unklar, welche Wirkungen und
möglichen Nebenwirkungen mit Metaphern verbunden sind. Dieses Scoping
Review hat zum Ziel, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu
geben.
Vorgehen: Es wurde eine systematische Suche in den Datenbanken PubMed und
Embase nach empirischen Studien durchgeführt, die den Einsatz von Metaphern
in der Ärzt*in-Patient*in-Kommunikation untersuchen. 11 Arbeiten erfüllten die
Einschlusskriterien; ihre zentralen Ergebnisse wurden extrahiert und
zusammengefasst.
Ergebnisse: Metaphern sind allgegenwärtig und ambivalent in ihrer Wirkung.
Während sie bestimmte Funktionen erfüllen, können sie gleichzeitig zu
Missverständnis und emotionalen Druck führen. Ihre Wirkung ist stark
kontextabhängig – kultureller Hintergrund, individuelle Krankheitsbewältigung und
formeller Bildungsgrad sind nur einige der Faktoren, die hier Einfluss nehmen.
Implikationen: Die Ergebnisse legen nahe, dass ein bewusster und reflektierter
Einsatz von Metaphern in Ärzt*innen-Patient*innen-Kommunikation erforderlich ist.
Dies lässt sich nur durch eine Integration des Themas in die medizinische Aus-
und Weiterbildung erreichen. Darüber hinaus sind weitere wissenschaftliche
Anstrengung auf diesem Gebiet notwendig, um größere, quantitative und
multimodale Studien zu fördern, sodass der Einsatz von Metaphern Teil der
evidenzbasierten Medizin werden kann. |