| Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen im Kindes- und Jugendalter stellt insbesondere bei therapieresistenten Verläufen eine klinische Herausforderung dar. Während für viele Arrhythmien im Kindes- und Jugendalter etablierte Monotherapien verfügbar sind, ist die Evidenz zur antiarrhythmischen Kombinationstherapie im pädiatrischen Kollektiv begrenzt und heterogen.
Ziel der vorliegenden Diplomarbeit war es publizierte antiarrhythmische Kombinationstherapien von Antiarrhythmika bei Kindern und Jugendlichen systematisch zu erfassen und hinsichtlich ihrer berichteten Effektivität und Sicherheit zu analysieren.
Hierzu wurde eine narrative Literaturrecherche durchgeführt. Basierend auf definierten Ein- und Ausschlusskriterien wurden insgesamt 28 wissenschaftliche Publikationen eingeschlossen. Aus diesen wurden Daten zu Indikationen, eingesetzten Wirkstoffkombinationen, Dosierungen, Therapieeffekten, Therapiedauer, Patient*innencharakteristika und Nebenwirkungen extrahiert und strukturiert ausgewertet.
Die Analyse zeigt, dass antiarrhythmische Kombinationstherapien überwiegend bei refraktären und komplexen Arrhythmien eingesetzt werden, insbesondere nach dem Versagen konventioneller Monotherapien. In einem Großteil der berichteten Fälle wurde eine Verbesserung der Rhythmuskontrolle oder eine Reduktion der Arrhythmielast beschrieben. Die Aussagekraft dieser Ergebnisse ist jedoch aufgrund kleiner Fallzahlen, heterogener Studiendesigns und überwiegend retrospektiver Daten limitiert.
Zusammenfassend stellen antiarrhythmische Kombinationstherapien im Kindes- und Jugendalter eine relevante therapeutische Option bei selektierten Patient*innen mit refraktären Arrhythmien dar. Die derzeitige Evidenz basiert jedoch primär auf Beobachtungsstudien, sodass ein dringender Bedarf an prospektiven, multizentrischen und randomisiert kontrollierten Studien besteht, um belastbare evidenzbasierte Therapieempfehlungen abzuleiten. |