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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Verteilung der koronalen Knieausrichtung anhand der CPAK-Klassifikation in einer österreichischen osteoarthrotischen Population
Kurzfassung
Hintergrund
Das Ziel dieser retrospektiven Analyse ist es, die Verteilung der koronalen Knieausrichtung anhand der CPAK-Klassifikation in einer österreichischen osteoarthrotischen Population zu untersuchen und den Zusammenhang mit Geschlecht, Alter und Body-Mass-Index zu analysieren. Die CPAK-Klassifikation ist ein im Februar 2021 publiziertes System zur Klassifizierung der koronalen Ausrichtung des Kniegelenkes.
Material und Methoden
Diese retrospektive Analyse von 400 Kniegelenken in einer österreichischen osteoarthrotischen Population wurde von Oktober 2020 bis Dezember 2024 an der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie der Medizinischen Universität Graz durchgeführt. Anhand standardisierter anterior-posterior Beinachsenröntgen wurden radiologische Messungen des Lateral Distal Femoral Angle (LDFA) und Medial Proximal Tibial Angle (MPTA) durchgeführt. Die Joint Line Obliquity (JLO) und der Arithmetic Hip Knee Ankle Angle (aHKA) wurden rechnerisch ermittelt und die Kniegelenke den Phänotypen der CPAK-Klassifikation zugeordnet. Die Daten wurden mittels Shapiro-Wilk-Test, Welch‘s t-Test, Pearson‘s Chi²-Test, Fisher‘s Exact-Test, logistischer Regressionsanalyse, linearer Regressionsanalyse und multinomialer logistischer Regressionsanalyse statistisch analysiert. Die statistische Signifikanz wurde mit einem p-Wert von < 0,05 definiert.
Ergebnisse
Die Studienpopulation bestand aus 400 Kniegelenken, davon waren 266 (66,5 %) von weiblichen Patientinnen und 134 (33,5 %) von männlichen Patienten. Das mittlere Alter betrug 68,3 ± 9,23 Jahre, der mittlere Body-Mass-Index lag bei 30,4 ± 5,52 kg/m2. Der mittlere aHKA zeigte mit -0,03° eine leichte Varus-Tendenz und einen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern, mit einer größeren Varus-Ausrichtung bei Männern als bei Frauen (-1,40° vs. +0,67°; p < 0,001). Die häufigsten CPAK-Phänotypen waren I und II (je 21,75 %), gefolgt von VI (15,5 %), III (15,25 %), V (12,5 %) und IV (11,25 %). Die CPAK-Phänotypen VII (0,5 %), VIII (0,5 %) und IX (1,0 %) waren am seltensten vertreten. Die CPAK-Verteilung unterschied sich signifikant nach Geschlecht (p= 0,023), jedoch nicht nach Alter. Männer hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Varus-Ausrichtung (p < 0,001) gegenüber Frauen und zeigten häufiger bestimmte CPAK-Phänotypen (III, VI, VIII). Der Body-Mass-Index war lediglich bei Männern mit einer größeren Varus-Ausrichtung assoziiert (p = 0,033), jedoch nicht bei Frauen.
Schlussfolgerungen
Es zeigen sich in dieser österreichischen osteoarthrotischen Population geschlechtsspezifische Unterschiede in der koronalen Ausrichtung und der Verteilung der CPAK-Phänotypen. Männer zeigen häufiger eine größere Varus-Ausrichtung als Frauen. Der Body-Mass-Index ist bei Männern mit einer größeren Varus-Ausrichtung assoziiert. Das Alter zeigt keinen signifikanten Einfluss auf die Knieausrichtung. Diese Ergebnisse liefern die ersten regionsspezifischen Daten der CPAK-Klassifikation in einer österreichischen osteoarthrotischen Population. Diese Daten können zum Vergleich mit anderen Populationen herangezogen werden und bei individualisierten Ausrichtungsstrategien bei der Implantation von Knie-Totalendoprothesen unterstützen.
Schlagwörter
CPAK-Klassifiaktion; Gonarthrose; Knie-Totalendoprothese; kinematisches Alignment; mechanisches Alignment
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Orthopädie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Schieder, Peter
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Sadoghi, Patrick; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.et scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Fetz, Christoph; Dr.med.univ.
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