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Medizinische Universität Graz    

Meine Abschlussarbeiten - Publikationen

Diplomarbeit - Detailansicht

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Bibliografische Informationen
 Festlegung klinischer Parameter in Zusammenhang mit Pathogenese und Prognose der chronischen lymphatischen Leukämie  
 Einleitung: Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) stellt die häufigste Form der Leukämie dar. Trotz einer im Durchschnitt hohen 5-Jahres-Überlebensrate zeigen Betroffene ein stark unterschiedliches Krankheitsverhalten, das von einer Vielzahl klinischer, zytologischer, histopathologischer und genetischer Faktoren beeinflusst wird.

Ziel dieser retrospektiven Studie war die Analyse klinischer und genetischer Parameter in einer umfangreichen, gut dokumentierten Kohorte von CLL-Patient*innen, die an der Abteilung für Hämatologie der Medizinischen Universität Graz behandelt wurden.

Material und Methoden: Erfasst wurden klinische Daten wie die Anzahl der befallenen Lymphknotenregionen oder das Auftreten einer Richter-Transformation (RT). Ergänzend wurden genetische Veränderungen untersucht, darunter Deletionen von 17p und 11q, Trisomie 21 sowie der Mutationsstatus des Immunglobulin-Schwerkettenvariablen-Gens (IgHV). Die Auswertung umfasste insgesamt 124 Patient*innen, von denen alle zum Diagnosezeitpunkt bereits eine Lymphknoteninfiltration aufwiesen.

Ergebnisse: Von den 124 untersuchten Personen benötigten 88 eine Behandlung, entweder in Form einer Immunchemotherapie oder einer zielgerichteten Therapie (z. B. mit Ibrutinib oder Venetoclax). Bei 24 Patient*innen kam es im Krankheitsverlauf zu einer RT. Eine hohe Anzahl (>2) betroffener Lymphknotenstationen zum Diagnosezeitpunkt sowie das spätere Auftreten einer RT standen mit einem verkürzten Zeitraum bis zur Therapienotwendigkeit in Zusammenhang. Zudem zeigten sich unmutierte IGHV-Gene, das gleichzeitige Vorliegen von del17p und del11q sowie das Auftreten einer RT als signifikant ungünstige Prognosefaktoren für das Gesamtüberleben. In der Subgruppe der Patient*innen mit Entwicklung einer Richter Transformation traten eine hohe Lymphknotenbeteiligung (>2) und del17p häufiger auf, als bei Patient*innen ohne RT. Weiterführende Analysen ergaben, dass neutropenische Infektionen bei etwa der Hälfte der Patient*innen sowohl unter Immunchemotherapie als auch unter zielgerichteter Therapie auftraten. Kardiovaskuläre Nebenwirkungen wurden bei 8,9 % der mit Ibrutinib behandelten Personen beobachtet.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere die Anzahl betroffener Lymphknotenregionen und der del17p-Status entscheidenden Einfluss auf Krankheitsverlauf, Auftreten einer Richter-Transformation und Überlebenswahrscheinlichkeit bei CLL haben. Die Kombination dieser Parameter könnte zur Entwicklung neuer Modelle zur Risikostratifizierung beitragen.





 
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Schubert, Florian Johannes
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Innere Medizin
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Deutsch, Alexander; Sen.Scientist Priv.-Doz. Mag.rer.nat. Dr.scient.med.
  Zanker, Matthias; Dr.med.univ. BSc