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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Warum treten impfpräventable Erkrankungen wie Masern wieder verstärkt in Österreich auf – österreichweite Analyse und Vergleich von Impfstrategien in Europa
Kurzfassung
Das Wiederauftreten impfpräventabler Erkrankungen wie Masern stellt in Österreich trotz etablierten kostenfreien Impfprogramms eine zunehmende Herausforderung für das Public-Health-System dar. Ziel dieser Masterarbeit ist es,
die Ursachen für diese Entwicklung zu analysieren, die nationale Impfstrategie mit erfolgreichen Best-Practice-Ansätzen anderer europäischer Länder zu vergleichen
und strukturelle, kommunikative und gesellschaftliche Faktoren zu identifizieren, die die Impfbereitschaft beeinflussen sowie evidenzbasierte Handlungsempfehlungen
abzuleiten. Die Untersuchung kombiniert eine quantitative Analyse epidemiologischer Daten (AGES, BMSGPK, ECDC, WHO) und einem theoriegeleiteten Ansatz, basierend auf dem Health Belief Model und dem 3C-Modell der WHO, mit sieben
leitfadengestützten Experteninterviews aus Public Health, Epidemiologie, Impfmanagement und Praxis. Die Interviews wurden nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet, wodurch thematische Cluster zu
Vertrauen und Impfakzeptanz, Risikowahrnehmung, strukturellen Herausforderungen und Barrieren, Aufklärung und Kommunikation sowie Impfstrategien gebildet wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Wiederanstieg impfpräventabler Erkrankungen in Österreich vor allem auf ein Zusammenspiel von Vertrauensdefiziten zu Institutionen, geringer Risikowahrnehmung und organisatorischen Lücken im
Impfmanagement zurückzuführen ist. Während die Impfstoffe flächendeckend verfügbar sind, fehlt es an niederschwelligen Angeboten, digitalen Erinnerungs- und Steuerungssystemen sowie an klaren Kommunikationsstrategien. Im europäischen
Vergleich erreichen Länder mit strukturierten Reminder-Systemen, niedrigschwelligen Angeboten oder teilweiser Impfpflicht deutlich höhere Durchimpfungsraten. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, darunter die Stärkung der Impfkommunikation, die Implementierung eines elektronischen Impfregisters, automatisierte Erinnerungssysteme, niederschwellige
Impfangebote und die europäische Kooperation beim Transfer von Best Practices.
Insgesamt verdeutlicht die Arbeit, dass die Kontrolle impfpräventabler Erkrankungen in Österreich weniger an der Impfstoffverfügbarkeit scheitert, sondern an gesellschaftlichen, strukturellen und kommunikativen Faktoren. Die Ergebnisse liefern damit eine fundierte Basis für politische Entscheidungsträger, Gesundheitseinrichtungen
und die Forschung, um Impfakzeptanz, Durchimpfungsraten und den kollektiven Gesundheitsschutz nachhaltig zu verbessern.
Schlagwörter
Masern, Impfprävention, Impfstrategien, Public Health, Österreich, qualitative Inhaltsanalyse, Mayring, 3C-Modell, Health Belief Model
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Medizinsoziologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Schorna-Drescher, Karin Maria; Dr.med.univ.
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Medizinische Universität Graz
Studium
UO 992 503 Universitätslehrgang; Master of Public Health (MPH)  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Grisold, Andrea; Univ.-Prof. Dr.med.univ.
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