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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Evaluation eines innovativen intravaskulären Glukosesensors zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung in der Intensivmedizin
Kurzfassung
Zusammenfassung in Deutsch
Die Regulation der Blutglukose ist ein zentraler Bestandteil der metabolischen Homöostase
und spielt insbesondere bei kritisch kranken Patient*innen eine entscheidende Rolle. Im
Rahmen akuter Stressreaktionen kommt es häufig zur Entwicklung einer
Stresshyperglykämie, die mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Frühere
Studien zur Tight Glycemic Control (= engmaschige Glukosekontrolle) zeigten
widersprüchliche Ergebnisse, wobei insbesondere eine erhöhte Hypoglykämierate als
möglicher limitierender Faktor identifiziert wurde. Leitlinien empfehlen daher derzeit
moderate Zielbereiche der Blutglukose bei kritisch kranken Patient*innen. Ein
wesentliches Hindernis stellt dabei die Limitation konventioneller Messmethoden dar.
Continuous Glucose Monitoring (CGM) bietet durch die kontinuierliche Erfassung von
Glukoseverläufen prinzipielle Vorteile, ist jedoch im intensivmedizinischen Setting
aufgrund pathophysiologischer Einschränkungen subkutaner Messungen nur begrenzt
einsetzbar. Vor diesem Hintergrund gewinnen intravasale CGM-Systeme an klinischer
Relevanz.
Ziel dieser Arbeit war die Bewertung von Leistung und Sicherheit des Novel Intravascular
Continuous Glucose Monitoring Systems im intensivmedizinischen Umfeld bei herz-
thoraxchirurgischen Patient*innen. Die Analyse basiert auf Daten einer einarmigen,
monozentrischen klinischen Studie, in der der intraarterielle Glukosesensor über einen
arteriellen Katheter in der Arteria radialis platziert wurde. Die kontinuierlich erhobenen
Sensordaten wurden über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden mit arteriellen
Referenzmessungen eines Blutgasanalysators verglichen. Zur Beurteilung der
Messgenauigkeit wurden die mittlere absolute relative Differenz (MARD), eine Bland-
Altman-Analyse sowie das Consensus Error Grid herangezogen. Sicherheitsaspekte und
Verlässlichkeitsaspekte wurden anhand dokumentierter unerwünschter Ereignisse und
technischer Ausfälle evaluiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Studiensensorsystem die vordefinierten Leistungskriterien
hinsichtlich der Messgenauigkeit erfüllt. Die aggregierte MARD lag mit 7,1 % im
einstelligen Bereich. Der Großteil der Messwerte befand sich innerhalb der vorgegebenen
IV
Genauigkeitsgrenzen, und 98,4 % der Werte wurden im Consensus Error Grid der klinisch
unkritischen Zone A zugeordnet. Hinsichtlich der Sicherheit wurde ein schwerwiegendes
unerwünschtes Ereignis im Zusammenhang mit der Sensorentfernung dokumentiert, das
zur vorübergehenden Pausierung der Studie führte.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass das Studiensensorsystem unter den
untersuchten Bedingungen eine hohe Messgenauigkeit aufweist und geeignet ist,
kontinuierliche Glukoseverläufe im intensivmedizinischen Setting abzubilden. Die Studie
unterstützt damit das Konzept der intravasalen kontinuierlichen Glukosemessung als
potenziell sinnvolle Ergänzung bestehender Blutzuckerkontrollstrategien.
Schlagwörter
Continuous Glucose Monitoring; Stresshyperglykämie; Intraarterielle Glukosemessung
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Innere Medizin
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Wutti, Lukas
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Innere Medizin
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Mader, Julia; Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Hochfellner, Daniel; Univ. FA Dr.med.univ.
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