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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Aneurysmata der extrakraniellen Arteria Carotis: Inzidenz und Therapie an der Klinischen Abteilung für Gefäßchirurgie der Univ.-Klinik für Chirurgie Graz  
 Einleitung:

Aneurysmata der extrakraniellen Arteria Carotis machen etwa 1% aller peripheren Aneurysmen aus und stellen somit ein sehr seltenes Krankheitsbild dar. Unbehan-delt besteht ein erhöhtes Risiko für mögliche Komplikationen: Kompression bena-chbarter Strukturen, thromboembolische Ereignisse, Ruptur. In der internationalen Literatur finden sich nur einige kleinere Fallserien zu AEAC. Allgemeine Leitlinien zur Behandlung dieser Entität sind bislang nicht veröffentlicht. Ziel dieser Arbeit ist die Analyse und Auswertung aller Patient*innen mit AEAC, die am Universitätskli-nikum Graz im Zeitraum von August 2005 bis 01.01.2025 behandelt wurden, so-wie der Vergleich dieser Ergebnisse mit der aktuellen Literatur.



Methoden:

Alle Patient*innen mit einem Aneurysma der extrakraniellen ACI, ACC oder ACE, im Zeitraum von August 2005 bis 01.01.2025, an der klinischen Abteilung für Ge-fäßchirurgie der Universitätsklinik Graz, wurden ermittelt. Der retrospektive Teil dieser Arbeit umfasst die Erhebung demographischer Daten, Charakteristika der Aneurysmata, Komorbiditäten, das therapeutische Prozedere und klinische Out-come. Diese wurden deskriptiv ausgewertet, analysiert und mit publizierten Fallserien verglichen.



Ergebnisse:

Für den genannten Zeitraum wurden 14 Patient*innen mit 14 AEAC identifiziert. Das durchschnittliche Alter lag bei 61,5 Jahren (range 31-82), 9/14 (64,3%) waren männlich, 5/14 (35,7%) weiblich. Mit 42,9% (6/14) waren Aneurysmen am häufig-sten in der rechten ACI lokalisiert. Die beiden häufigsten Ätiologien waren Ath-erosklerose (28,6%, 4/14) und Operationen an der A. Carotis (28,6%, 4/14).

5/14 (35,7%) präsentierten sich asymptomatisch, weitere fünf klagten über eine zervikale Schwellung ± Pulsieren. Die dominierenden Risikofaktoren waren eine arterielle Hypertonie bei 11/14 (78,6%) und ein chronischer Nikotinabusus mit 4/14 (28,6%).

12/14 (80%) wurden chirurgisch behandelt, zwei endovaskulär-interventionell (13,3%), wobei dies einmal als temporäre Versorgung mit nachfolgender Opera-tion durchgeführt wurde und eine*r konservativ (6,7%). Unter den chirurgischen Techniken überwog die Resektion mit EE-Anastomose (5/12, 41,7%), gefolgt von der Patchplastik (4/12, 33,3%) und Interposition (3/12, 25%).

Postoperativ traten bei zwei Patient*innen (14,3%) periphere Nervenschädigungen auf. In keinem Fall kam es zu einer TIA, Insult oder Rezidiv. Während des defin-ierten Beobachtungszeitraums traten insgesamt fünf Todesfälle auf. In keinem Fall stand die Todesursache in Zusammenhang mit dem AEAC.



Schlussfolgerung:

Die offen-chirurgische Sanierung stellt eine effektive Behandlungsmethode von AEAC dar. Die Rate an Schädigungen benachbarter Hirnnerven betrug im unter-suchten Kollektiv 14,3%. Endovaskulär-interventionelle oder konservative Strate-gien wurden nur in Einzelfällen angewandt.

 
   
 
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Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Kucher, Leonardo
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Chirurgie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Müller, Helmut; Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. MBA MSc
  Cohnert, Tina Ulrike; Univ.-Prof. Dr.med.