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Medizinische Universität Graz
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Bibliografische Informationen
Titel
Progressive myoklonische Ataxie - erweiterter Phänotyp der MT-ATP6 assoziierten Krankheit
Kurzfassung
Hintergrund: Hereditären Myoklonus-Ataxie-Syndromen können mitochondriale Mutationen zugrunde liegen, unter anderem im MT-ATP6-Gen. Dazu gehört auch die seltene Variante m.9176T>C, die mit sehr unterschiedlichen klinischen Ausprägungen assoziiert sein kann. Besonders die Abgrenzung hereditärer Ataxien von durch MT-ATP6-Mutationen verursachter progressiver Myoklonus-Ataxie (PMA) gestaltet sich schwierig.
Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit war es, eine Übersicht über bisher berichtete Fälle in der Literatur mit der m.9176T>C-Mutation zu erstellen und zusätzlich eine Fallserie einer betroffenen Familie zu beschreiben. Anschließend wurden die phänotypischen Merkmale aus der Literatur mit jenen dieser Familie verglichen. Damit soll zukünftig eine präzisere Diagnosestellung ermöglicht werden.
Methoden: Es wurde eine systematische Literaturrecherche zur m.9176T>C-Variante in PubMed durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine retrospektive klinische Fallanalyse. Dafür wurden die elektronischen Patientenakten der Bewegungsstörungsambulanz der Neurologie der Medizinischen Universität Graz von Januar 2012 bis September 2022 nach Fällen mit progressiver Myoklonus-Ataxie und MT-ATP6-Mutation durchsucht. Die phänotypischen Merkmale wurden anschließend deskriptiv mit jenen aus der Literatur verglichen.
Ergebnisse: Im Rahmen der systematischen Literaturrecherche wurden 25 Publikationen mit insgesamt 48 Patienten in die Studie aufgenommen. In die retrospektive klinische Fallanalyse wurden zudem 3 Patenten einbezogen. Das Alter bei Symptombeginn hatte in den Literaturfällen einen deutlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Ein Beginn vor dem zweiten Lebensjahr war meist mit schweren Verläufen und einem Leigh-Syndrom verbunden, während ein späterer Beginn (nach dem zwölften Lebensjahr) eher mildere Krankheitsbilder wie hereditäre spastische Paraplegie oder Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung zeigte. In der retrospektiven Analyse wurde zudem eine Familie identifiziert, die ambulant an der Neurologie Graz betreut wurde und einen bislang nicht beschriebenen, milden Phänotyp mit progressiver Myoklonus-Ataxie aufweist.
Schlussfolgerung: Die beschriebene Fallserie mit homoplasmischer m.9176T>C-Mutation unterscheidet sich deutlich von den klassisch berichteten, schwer verlaufenden Fällen mit Leigh-Syndrom. Die Mutationslast allein scheint somit den Phänotyp nicht zuverlässig vorherzusagen. Mit dem im Zuge dieser Arbeit erstmals beschriebenen milden PMA-Phänotyp erweitern wir das klinische Spektrum der MT-ATP6-assoziierten Erkrankungen. Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass MT-ATP6-Mutationen auch bei PMA-ähnlichen Verläufen mit vermuteter hereditärer Ursache in die differenzialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden sollten.
Schlagwörter
Bewegungsstörungen; progressive Myoklonus-Ataxie (PMA); progressive Myoklonus-Epilepsie (PME); Myoklonus-Ataxie Syndrome; mitochondriale Enzephalopathien; MT-ATP6
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Mayrhofer-Grüenbühl, Johanna Caroline
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Neurologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Schwingenschuh, Petra; Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr.med.univ.
Mitbetreuer*in (intern)
Kögl, Mariella Waltraud; Dr.
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