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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
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Bibliografische Informationen
Titel
Sport als therapeutischer Ansatz bei Depressionen Eine Literaturrecherche zu Ausdauer- und Krafttraining sowie zur Implementierung eines Sportkonzepts in der psychiatrischen Versorgung innerhalb einer Akutpsychiatrie
Kurzfassung
Ziel dieser Arbeit war es, die neurobiologischen, psychologischen und klinischen Effekte von Ausdauer- und Krafttraining bei depressiven Störungen systematisch zu untersuchen und ein strukturiertes, bewegungsbasiertes Interventionskonzept für akutpsychiatrische Settings abzuleiten. Die Studie wurde als narrative Literaturübersicht mit konzeptioneller Ausrichtung durchgeführt und umfasste systematische Reviews, Metaanalysen, randomisierte kontrollierte Studien sowie klinische Leitlinien zum Thema Depression.
Die Evidenz zeigt konsistent, dass körperliche Aktivität depressive Symptome signifikant reduziert. Sowohl Ausdauertraining als auch Krafttraining weisen moderate bis große Effektstärken auf, die mit denen standardmäßiger pharmakologischer Behandlungen vergleichbar sind. Neben der Symptomreduktion verbessert Bewegung die kardiorespiratorische Fitness, die Muskelkraft und die metabolische Gesundheit. Als mögliche neurobiologische Mechanismen werden die Modulation neurotropher Faktoren, entzündlicher Prozesse und des Kynurenin-Stoffwechsels diskutiert. Allerdings bleibt die Evidenz zu Biomarkern beim Menschen heterogen und methodisch begrenzt.
Auf Grundlage der analysierten Literatur wurde ein kombiniertes Interventionsmodell entwickelt, das Ausdauertraining und hypertrophieorientiertes Krafttraining für die akutpsychiatrische Versorgung integriert. Zentrale Bestandteile sind angeleitete Trainingseinheiten, klar definierte Trainingsparameter gemäß dem FITT-Prinzip sowie eine strukturierte Dokumentation des Therapieverlaufs. Über die Symptomreduktion hinaus zielt die Intervention darauf ab, die körperliche Gesundheit, die Selbstwirksamkeit und die langfristige Therapietreue zu fördern.
Zusammenfassend stellt eine strukturierte Bewegungstherapie eine wirksame und sichere ergänzende Behandlungsform bei depressiven Störungen dar. Trotz methodischer Einschränkungen hinsichtlich der mechanistischen Evidenz stützen die robusten klinischen Befunde die systematische Implementierung von Trainingsprogrammen in stationären psychiatrischen Einrichtungen. Zukünftige Forschung sollte insbesondere Dosis-Wirkungs-Beziehungen sowie die langfristige Nachhaltigkeit der therapeutischen Effekte weiter klären.
Schlagwörter
Depressionen;Sport;Kraftsport;Ausdauersport
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Mastellotto, Carl Luis
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Lahousen-Luxenberger, Theresa; Priv.-Doz. Dr.med.univ. MBA
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