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Medizinische Universität Graz    

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Bibliografische Informationen
 Retrospektive Survivalanalyse bei Weichgewebssarkomen anhand einer aussagekräftigen Kohorte im Universitätsklinikum Graz  
 Hintergrund

Weichgewebssarkome stellen eine seltene aber entitätenreiche Gruppe an bösartigen Tumoren dar. Aufgrund der Heterogenität dieser Gruppe unterliegen Inzidenzschätzungen und Überlebensraten erheblichen Limitationen. So werden bei Inzidenzzahlen einzelne Tumorarten aufgrund der vielen verschiedenen Klassifikationssysteme nicht berücksichtigt und existierende Studien weisen massive Schwankungen in der Überlebenszeit dieser Tumore auf. Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Einfluss von perioperativen Parametern auf das Überleben von Weichgewebssarkom-Patient*innen näher zu beleuchten.

Methoden

Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine retrospektive Datenanalyse durchgeführt. Es wurden alle Patient*innen inkludiert, welche zwischen 01.01.2004 und 31.12.2024 am Universitätsklinikum Graz mit einem intra- bzw. retroperitonealen Weichgewebssarkom durch die klinische Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie operativ versorgt wurden. Es wurden typische peri- und intraoperative sowie weitere im onkologischen Setting relevante Daten von 120 Patient*innen erfasst, eine deskriptive Statistik und eine Überlebensanalyse mit Overall-Survival (OS) sowie Progression-free-Survival (PFS) durchgeführt.

Ergebnisse

Das mediane Gesamtüberleben aller Patient*innen betrug 54 ± 9,5 Monate, das mediane progressionsfreie Überleben 25 ± 7,1 Monate. Es ergab sich ein medianes Überleben für Männer von 36 ± 4,2 Monaten und für Frauen von 71 ± 10,3 Monaten (p = 0,05). Dieser Unterschied ist allerdings statistisch auch aufgrund einer ungleichen Geschlechterverteilung nicht eindeutig als signifikant zu werten. Die Patient*innen mit G1- und G2-Grading lebten gesamt im Median mit 108 ± 32,6 Monaten respektive 109 ± 30,7 Monaten signifikant länger als Personen mit G3-Grading, welche nur 34 ± 10,7 Monate überlebten (p = 0,02). Gleichsam war das mediane progressionsfreie Überleben der Patient*innengruppe mit G3-Grading mit 12 ± 2,8 Monaten am kürzesten. Die G1- und die G2-Gruppe wiesen im Median ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben von 36 ± 9,9 Monaten bzw. 51 ± 14,3 Monaten auf (p = 0,033). Das Gesamtüberleben der Patient*innen nach stattgefundener intraoperativer Bestrahlung im Rahmen der initialen Operation unterschied sich signifikant. Dieses betrug für die 46 Patient*innen mit IORT im Median 49 ± 11,8 Monate. Die 74 Personen ohne intraoperative Bestrahlung lebten im Median 66 ± 15,9 Monate (p = 0,047). 73,9% der Patient*innen mit stattgehabter IORT wiesen eine R1-Resektion in dem dazugehörigen Operationspräparat auf. Im Median dauerten die Resektionsoperationen ca. 3,5 Stunden.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen die Relevanz eines adäquaten und vorhandenen histologischen Gradings des Operationspräparates als prognostischer Marker. Des Weiteren ergab sich ein zu klärender Überlebensvorteil für das Gesamtüberleben von Patient*innen ohne IORT im Vergleich zu einer Gruppe mit dieser Therapie. Die bisher positive Studienlage, welche der IORT eine bessere lokale Kontrolle und ein verbessertes Überleben zuspricht, konnte sich in dieser Studie nicht bestätigen.  
 Weichgewebssarkom; Überlebensanalyse; IORT; Overall-Survival; Progression-free-Survival;  
 
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 Allgemeine Chirurgie
 Onkologische Chirurgie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
  Kerschat, Benjamin
Betreuende Einrichtung / Studium
  Universitätsklinik für Chirurgie
 UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
  Hau, Hans-Michael; Ass.-Prof. Dr.med.
  El-Mahrouk, Mohamed; Dr.med.univ.