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Medizinische Universität Graz
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Sprachversion
Deutsch
Englisch (Sprache des Volltextes)
Bibliografische Informationen
Titel
Proktitis verursacht durch sexuell übertragbare Infektionen
Kurzfassung
Hintergrund: Die weltweite Inzidenz sexuell übertragbarer Infektionen nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Eine klinisch relevante Manifestation stellt die Proktitis dar, welche sich mit vielen Symptomen präsentieren und diagnostisch herausfordernd sein kann.
Ziel: Diese systematische Literaturauswertung untersucht, wie sich eine durch sexuell übertragbare Erreger verursachte Proktitis äußert und inwiefern die Symptomatik hinweisend auf den Erreger sein kann.
Methoden: Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche der Datenbank PubMed im Zeitraum von Januar 2020 bis Juni 2025. Die Suchebegriffe „proctitis“, „Chlamydia trachomatis“, „Treponema pallidum“, „Mycoplasma genitalium“, „Neisseria gonorrhoeae“, „monkeypox“, „Herpes simplex Virus“ sowie „STI“ wurden kombiniert.
Ergebnisse: Insgesamt konnten 138 Publikationen in die Literaturanalyse inkludiert werden. Davon wurden in 107 Arbeiten 30967 Personen mit den gesuchten Erregern verzeichnet, wovon 4466 Personen eine Proktitis zeigten. Von diesen 4466 Personen waren 2509 Patienten (56,18%) Männer, die Sex mit Männern haben. In 1769 Fällen (39,61%) war Mpox das auslösende Pathogen. Darauf folgen Infektionen mit Chlamydia trachomatis bei 1301 Personen (29,13%), Neisseria gonorrhoeae bei 274 Personen (6,14%), Herpes simplex Virus Typ-1 und Typ-2 bei 137 Personen (3,07%), Mycoplasma genitalium bei 102 Personen (2,28%) sowie Treponema pallidum bei 93 Personen (2,08%). In 60 Publikationen wurde die Symptomatik von 648 Patient:innen mit Proktitis dokumentiert. Rektaler Schmerz als vordergründiges Symptom wurde bei Mpox (135 Personen [68,9%]), Mycoplasma genitalium (39 Personen [51,3%]) sowie Treponema pallidum (21 Personen [95,5%]) angegeben. Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae zeichneten sich vorwiegend durch mukopurulenten Ausfluss aus (245 Personen [80,6%] bzw. 26 Personen [56,5%]). Rektale Blutungen zeigten sich vorwiegend bei Patient:innen mit Chlamydia trachomatis (205 Personen [67,4%]), Mycoplasma genitalium (31 [40,8%]) sowie Treponema pallidum (11 Personen [50,0%]).
Conclusio: Bei Patient:innen mit Proktitis sollten neben entzündlichen Ursachen insbesondere auch infektiöse Genesen in Erwägung gezogen werden. Eine sorgfältige Sexualanamnese und strukturierte klinische Untersuchung mit detaillierter Erfassung der Symptomatik kann wichtige Hinweise liefern und eine zielgerichtete mikrobiologische oder molekularbiologische Diagnostik ermöglichen.
Schlagwörter
Proktitis; STI; Treponema pallidum; Mycoplasma genitalium; Neisseria gonorrhoeae; Mpox; Chlamydia trachomatis; Herpes simplex Virus;
Anzahl Seiten
Publikationsjahr
–
Sachgebiete
Venerologie
Autorinnen*Autoren / Co-Autorinnen*Co-Autoren
Autor*in
Autor*in
Feuchter, Kristina
Betreuende Einrichtung / Studium
Betreuende Organisation
Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie
Studium
UO 202 Humanmedizin  
Betreuung / Beurteilung
Betreuer*in (intern)
Sadoghi, Birgit; Univ. OÄ Priv.-Doz. Dr.med.univ. Dr.scient.med.
Mitbetreuer*in (intern)
Großschädl, Katja; Dr.med.univ.
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